Wie sich Montafon besser vernetzen will

Heimat / 01.05.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie sich Montafon besser vernetzen will
Jürgen Kuster, Standesrepräsentant: „Auf jeden Fall möchten wir mit dabei sein. Der Ausgang ist allerdings völlig offen.“ Günter Walser

Montafon bewirbt sich auf Förderung für Breitbandausbau.

Schruns Der Stand Montafon will mithilfe der Breitbandförderung vom Bund den Breitbandausbau im Tal vorantreiben. Eine gute Internetleitung wird für Firmen, Homeoffice und Streaming immer wichtiger. Auf dem Land sind verbreitet veraltete Kupferleitungen verlegt, die schnelles Internet nicht ermöglichen. Glasfaser schickt zwar höhere Datenmengen hin und her, doch der Ausbau mit hohen Tiefbaukosten ist für ländliche Regionen nicht wirtschaftlich. Deswegen fördert der Bund solche weißen Flecken auf der Landkarte, wie etwa Silbertal und Bartholomäberg.

Um diese Förderung (maximal 90 Prozent) zu bekommen, möchte der Stand Montafon mit den Partnern illwerke vkw und der mbs das Projekt Breitbandausbau im Montafon als regionale Kooperation aktiv vorantreiben und ein Großprojekt mit einem Gesamtkonzept für die Region beim Fördergeber einreichen. Ziel ist es, Bundes- und Landesmittel für den Netzausbau mit Gigabit im ländlichen Montafon zu bekommen. „Ob wir einen Zuschlag erhalten oder ein anderer Anbieter sich im Tal engagiert, werden wir erst im September wissen. Auf jeden Fall möchten wir mit dabei sein. Der Ausgang ist allerdings völlig offen“, sagt Standesrepräsentant Jürgen Kuster.

Es gilt das Bestbieterprinzip nach klar definierten und transparenten Kriterien des Bundes, der die Breitbandmilliarde zur Verfügung stellt. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, kann ein Projekt einreichen, auch andere Betreiber. Bevor sich ein großer Konzern „drüberlegt“ und die Talschaft keine Einflussnahme mehr hätte, ist es für Jürgen Kuster schlauer, wenn „die öffentliche Hand im Fahrersitz sitzt“, sagt er und ergänzt: „Oder wenigstens ein Unternehmen, das uns nahesteht.“

Gemeinsam bessere Chancen

Gerade in Streusiedlungen wie Bartholomäberg lohnt es sich nicht für Privatpersonen, das Glasfasernetz auszubauen. „Kein Privater investiert auf dem Land. Die Leute bleiben auf der Strecke“, sagt Jürgen Kuster, weshalb sich der Bund diese Breitbandstrategie überlegt hat.

Am 23. Mai endet die Bewerbungsfrist für die Förderung. Bis dahin muss das Gesamtkonzept beim Bund eingereicht sein. Während Schruns und Vandans allein nie eine Förderung bekommen würden, da diese Ortschaften zu dicht besiedelt sind, hätte Bartholomäberg bessere Karten. Doch bevor jede Gemeinde einzeln einen Förderantrag einreicht, hätte man laut Jürgen Kuster als Talschaft bessere Chancen auf den Zuschlag für einen flächendeckenden Glasfaserausbau. Der zweistellige Millionenbetrag für den Infrastrukturausbau muss innerhalb von sechs Jahren vollzogen worden sein.