Ukraine: Bis zu 60 Tote nach Luftangriff auf Schule

Welt / 08.05.2022 • 10:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">State Emergency Services/Handout via REUTERS</span>Die Bilder sollen die getroffene Schule zeigen.
State Emergency Services/Handout via REUTERSDie Bilder sollen die getroffene Schule zeigen.

Die Schule sei bei einem Luftangriff getroffen worden.

Kiew, Moskau Nach einem russischen Luftangriff auf eine Schule im Gebiet Luhansk sprechen die ukrainischen Behörden von möglicherweise bis zu 60 Toten. Nach einem Luftschlag auf die Schule in Bilohoriwka seien bisher zwei Leichen geborgen worden, teilte der Gouverneur der Region, Serhij Hajdaj, am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit. “Wahrscheinlich sind alle 60 Menschen, die noch unter den Trümmern des Gebäudes liegen, tot”, fügte er hinzu.

Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform kamen mindestens 62 Menschen ums Leben. Der Luftangriff ereignete sich laut dem Gouverneur der Region bereits am Samstagnachmittag. In dem Schulgebäude hatten 90 Personen vor den Angriffen Schutz gesucht. Durch den Bombenabwurf brach ein Feuer in der Schule aus und das Gebäude stürzte zusammen. 30 Menschen konnten die Einsatzkräfte retten – sieben davon waren verletzt, so der Gouverneur.

<span class="copyright">State Emergency Services/Handout via REUTERS</span>
State Emergency Services/Handout via REUTERS

Bilohoriwka ist eine städtische Siedlung etwa zehn Kilometer westlich von Lyssytschansk. Die Ortschaft ist schwer umkämpft.

Kämpfe im Donbass

Nach mehreren Tagen ohne nennenswerte Fortschritte haben die russischen Truppen bei ihren Angriffen im Donbass-Gebiet nach ukrainischen Angaben nun wieder Geländegewinne erzielt. “In Richtung Liman hat der Feind durch Angriffe den Nordrand von Schandrigolowe erobert”, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag in seinem Lagebericht mit. Schandrigolowe liegt rund 20 Kilometer nördlich der Großstadt Slowjansk, die Teilziel der russischen Operation im Donbass ist.

Ukrainische Soldatin in Luhansk. <span class="copyright">REUTERS/Serhii Nuzhnenko</span>
Ukrainische Soldatin in Luhansk. REUTERS/Serhii Nuzhnenko

Darüber hinaus fahren die russischen Truppen auch weiterhin Angriffe Richtung Sjewjerodonezk, Popasna, und Awdijiwka. “In Richtung Kurachowe” versuche “der Feind seine Offensive auf Nowomychajliwka mit Unterstützung der Artillerie wieder aufzunehmen”, heißt es zudem.

Insgesamt spricht die ukrainische Militärführung von neun abgewehrten russischen Angriffen. Dabei seien unter anderem ein Hubschrauber vom Typ Mi-28, 19 Panzer und 20 gepanzerte Militärfahrzeuge abgeschossen worden.

Ukrainische Raketenartillerie russischer Bauart in Luhansk <span class="copyright">REUTERS/Serhii Nuzhnenko</span>
Ukrainische Raketenartillerie russischer Bauart in Luhansk REUTERS/Serhii Nuzhnenko

Laut dem russischen Verteidigungsministerium zerstörte das russische Militär in der Nacht ein ukrainisches Kriegsschiff nahe Odessa. Raketen hätten eine Korvette getroffen. Zudem habe die russische Luftabwehr über der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zwei ukrainische Bomber und einen Hubschrauber abgeschossen, teilte auch das russische Ministerium mit.

In die Defensive sind die Russen dem ukrainischen Bericht zufolge im Norden des Gebiets Charkiw geraten. Dort habe “der Gegner seine Anstrengungen darauf konzentriert, den Vormarsch unserer Truppen in Richtung Grenze nördlich und nordöstlich von Charkiw zu stoppen”, so der Generalstab.

Ukrainischer Kämpfer in der Luhansk-Region. <span class="copyright">REUTERS/Serhii Nuzhnenko</span>
Ukrainischer Kämpfer in der Luhansk-Region. REUTERS/Serhii Nuzhnenko

Wie die Nachrichtenagentur Ukrinform am Sonntag mitteilte, wurden seit Kriegsbeginn 225 Kinder in der Ukraine getötet. Über 413 Kinder seien zudem verletzt worden, hieß es nach Angaben der ukrainischen Generalprokuratur. Die meisten Kinder seien in der Region Donezk betroffen.