150 Jahre Douglasshütte: Von den Anfängen, der Geschichte und den Herausforderungen

Heimat / 22.05.2022 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andi Schmidt (Obmann des Alpenvereins Vorarlberg), Bürgermeister Simon Tschann, Pädagogin Karin Fritz und Michael Kasper (Obmann des Geschichtsvereins Region Bludenz).<span class="copyright">BI</span>
Andi Schmidt (Obmann des Alpenvereins Vorarlberg), Bürgermeister Simon Tschann, Pädagogin Karin Fritz und Michael Kasper (Obmann des Geschichtsvereins Region Bludenz).BI

Der Geschichtsverein Region Bludenz lädt zum Erzählcafé.

BLUDENZ Thematisch ergänzend zur aktuellen Ausstellung „150 Jahre Douglasshütte“ im Rathaus Bludenz fand nach der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Region Bludenz vergangene Woche ein Erzählcafé im Restaurant Eichamt in Bludenz statt.

Stadtarchivar Christof Thöny, der die Ausstellung kuratiert hat, verwies darauf, dass diese als Wanderausstellung gestaltet wurde. „Das Stadtlabor Budenz möchte mit den Erzählcafés und auch über eine Plattform im Internet Wissen sammeln und weitervermitteln.“ Bludenz und die Region sind von Bergen umgeben, nicht zuletzt deshalb bilde der Alpinismus ein zentrales Thema.

Ein Beschreibung der Berge

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entstand der zunehmende Wunsch, die Berge zu besteigen und darüber zu publizieren. „Alpinismus ist nicht nur die Besteigung, sondern auch die Beschreibung der Berge“, erklärte Michael Kasper, Obmann des Geschichtsvereins Region Bludenz. Am 28. August 1871 wurde durch die zwei Jahre zuvor gegründete Sektion Vorarlberg des Alpenvereins eine Schutzhütte am Lünersee eröffnet, die als „Lünsereehütte“ bezeichnet wurde. Es war die erste Hütte ihrer Art in Vorarlberg und eine der ersten bewirtschafteten Alpenvereinshütten im Bereich der Ostalpen. Nachdem John Sholto Douglass, Vorsitzender des Alpenvereins und wichtiger Impulsgeber für den Hüttenbau, 1874 bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen war, wurde die Hütte zu seinen Ehren in Douglasshütte umbenannt.

Der Erstbau wurde im Winter 1876/77 durch eine Lawine zerstört. Deshalb erfolgte 1877 der Neubau an einem gesicherten Platz. Die Hütte wurde mehrfach erweitert und wirtschaftlich erfolgreich geführt. 1959 musste sie jedoch dem aufgestauten Lünersee weichen. Als Ersatz entstand die heutige Hütte, die in die Anlagen des Stausees integriert ist. Sie wird seit 2009 durch die Vorarlberger Illwerke betrieben.

Zum 150-jährigen Bestandsjubiläum der Hütte ist die Wanderausstellung entstanden. In dieser werden vielfältige Aspekte berücksichtigt – von der Entstehungsgeschichte über die Landschaft bis hin zum Namensgeber John Sholto Douglass.

Historiker unter sich: Thomas Gamon, Stefan Stachniß und Dieter Petras.
Historiker unter sich: Thomas Gamon, Stefan Stachniß und Dieter Petras.

Hüttenerhalt eine Herausforderung

„Die Douglasshütte wurde für die damalige Zeit unglaublich rasch errichtet“, berichtete Andi Schmidt, Obmann des Alpenvereins Vorarlberg. Diese Hütte habe im Laufe ihrer Geschichte immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Dem Alpenverein sei es ein Anliegen, die vereinseigenen Hütten auf einem modernen Standard zu halten: „Für Hütten der Kategorie zwei gibt es jedoch keine Förderungen. Während die Anforderungen an die Betreiber der Hütten immer mehr steigen und Ansprüchen ähnlich jenen eines Hotels im Tal gerecht werden müssen, ist den meisten Besuchern nicht bewusst, welcher Aufwand dahintersteckt,“ führte Andi Schmidt weiter aus.

Bei einem Gesamtvolumen für den Wiederaufbau der Totalphütte von 3,2 Millionen Euro fielen mehr als 10 Prozent davon nur für die Helikopterkosten an. Manche Hütten sind sogar darauf angewiesen, das Wasser hinauftransportieren zu lassen. „Dass dann eine Mahlzeit oder ein Getränk mehr als im Tal kostet, stößt leider immer wieder auf Unverständnis“, weiß der Alpenvereins-Obmann zu berichten. Das Bergrettungs- und führerwesen stamme stark aus dem Alpenverein. Es sei ganz wichtig, bei jungen Menschen die Begeisterung für die Berge zu wecken. BI