So gut ist das Elektroflaggschiff von BMW

Mobilität / 22.05.2022 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
XXL-Dimensionen und fast 2,6 Tonnen Gewicht: Dennoch kommt das Elektroflaggschiff von BMW richtig weit. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
XXL-Dimensionen und fast 2,6 Tonnen Gewicht: Dennoch kommt das Elektroflaggschiff von BMW richtig weit. VN/Steurer

BMW iX xdrive50 kommt trotz massig Gewicht richtig weit. Intelligente Rekuperation hilft ihm dabei.

Schwarzach Es ist ein Mordstrumm von einem Auto, das auf den ersten Blick so gar nichts mit Effizienz zu tun haben kann. Knapp fünf Meter lang, zwei Meter breit und 1,7 Meter hoch, bringt das neue Elektroflaggschiff von BMW üppige 2585 Kilogramm auf die Waage. Der Energieaufwand, das Dickschiff in Bewegung zu bringen, müsste die Akkus in Windeseile leeren. So jedenfalls die Theorie. In der Praxis lässt sich der XXL-Stromer erstaunlich sparsam bewegen, was wesentlich mit der intelligenten Rekuperation zu tun hat. Mit großem 111,5-Wh-Akku (Bruttoenergiegehalt) schafft der Pfundskerl bis zu 630 Kilometer.

Ein imposantes Automobil mit einem polarisierenden Design.
Ein imposantes Automobil mit einem polarisierenden Design.

Erstaunlich ist die enorme Reichweite nach WLTP-Testzyklus auch deshalb, weil der Elektrokoloss ein agiler Sprinter sein kann. Zwei Motoren (523 PS Leistung) an den beiden Achsen wuchten den iX brachial nach vorne. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 4,6 Sekunden und einer elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h spielt das SUV in der sportlichsten Liga mit. Im Alltag kommt er dennoch auf Verbräuche nur knapp über den angegebenen 20 kWh auf 100 Kilometer.

Das Lenkrad ist eckig statt rund. Der Stromer überzeugt mit edlem Ambiente.
Das Lenkrad ist eckig statt rund. Der Stromer überzeugt mit edlem Ambiente.

Wie das trotz des enormen Gewichts und der hohen Leistung geht? Die Lösung liegt in der Effizienz des Antriebssystems und in der intelligenten Rekuperation. Navigationsdaten und die Sensorik am Auto, etwa die Abstandsmessung zum vorausfahrenden Fahrzeug, bremsen den iX clever ab und führen Strom zurück in die Batterie. Das geschieht zwar nicht unmerklich, aber auch nicht störend. Eher könnte die Kamera- und Radartechnik, die in der übergroßen BMW-Niere an der Fahrzeugfront verbaut ist, störend auf die Optik des Riesen-SUV wirken. Darauf jedenfalls lassen die vielen Kommentare in den Foren schließen. Anderen wiederum gefällt es. Design ist eben vor allem Geschmacksache.

Das Rad neu erfinden

Warum das Lenkrad nicht rund, sondern eckig ist, und es keine Bedienleiste für die Klimasteuerung gibt, lässt sich schwerer beantworten. Man muss ja das Rad nicht gleich neu erfinden, auch wenn es um nicht weniger als die Transformation der Mobilität geht. Manches Gewohnte vermisst man schon. Anderes, wie die baulichen Vorteile des Elektroantriebs, versöhnt. So bietet der Bayuware im Innenraum enorm viel Platz. Speziell die Beinfreiheit im Fonds ist üppig.

Die Platzverhältnisse sind üppig.
Die Platzverhältnisse sind üppig.

Riesige Displays gehören längst zum guten Stil. Mit ein wenig Übung lässt sich das Elektroflaggschiff einigermaßen simpel bedienen. Das trägt, wie die hohe Qualität von Materialien und Verarbeitung, viel zum Wohlfühlcharakter des iX bei.

Weil der iX nicht nur weit kommt, sondern an Schnellladesäulen die Batterie in 35 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt werden kann, kann man sich in den feinen Möbeln bequem zurücklehnen. Reichweitenangst ist hier jedenfalls ein Fremdwort.

BMW iX xdrive50

Motor/Antrieb 2 E-Motoren mit 523 PS, 765 Nm Drehmoment, Allradantrieb; 111,5 kWh-Batterie (brutto)

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 4,6 Sek.; Spitze 200 km/h, Verbrauch 19,8 kWh; Test: 21,3 kWh

Preis ab 101.950 Euro, Testwagen: 134.776 Euro