Welche Alphütte mit dem Helikopter beliefert wird

Heimat / 24.05.2022 • 11:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die neuen Hüttenwirte Fabian Beck und Isabel Pöschl decken die Sarotlahütte mit dem Helikopter ein. <span class="copyright">BI</span>
Die neuen Hüttenwirte Fabian Beck und Isabel Pöschl decken die Sarotlahütte mit dem Helikopter ein. BI

Die neuen Hüttenwirte der Sarotlahütte, Fabian und Isabel, stehen vor vielen Herausforderungen.

BRAND Am vergangenen Freitagmorgen stauten sich die Lkw von verschiedensten Lieferanten bei der Alpe Hof in Brand. Der Grund hierfür war die Eindeckung der Sarotlahütte zu Saisonbeginn.

„Die Sarotlahütte ist die einzige Hütte des Alpenvereins Vorarlberg, die vor dem Start in die Sommersaison mit einem Helikopter eingedeckt wird“, betonte Rainer Schlattinger, Obmann des Alpenvereins Vorarlberg.

Es war die erste Eindeckung für die beiden neuen Hüttenwirte Fabian Beck und Isabel Pöschl. „Ein bisschen aufgeregt sind wir schon“, erklärten die sympathischen Neupächter. Insgesamt wurden 23 Rotationen des Helikopters benötigt, damit das erforderliche Personal sowie die Güter für die Sommersaison transportiert werden konnten. „Wir bringen pro Rotation in etwa 800 bis 900 Kilogramm Material hinauf, die Flugzeit beträgt für den Hin- und Rückweg vier Minuten“, erläuterte Volker Grabher, Pilot der Firma Wucher. Für die Eindeckung der Sarotlahütte war er schon das sechste Mal unterwegs. Der erfahrene Pilot führte die erforderlichen Flüge fachgerecht und punktgenau durch. „Das ist nicht immer so. Es war auch einmal der Fall, dass seit dem Anflug eines anderen Piloten ein paar Bäume bei der Hütte weniger stehen“, erinnerte sich Andi Hassler, der frühere Hüttenwirt, und lacht.

Bierfässer vor dem Flug auf der Alpe Hof.
Bierfässer vor dem Flug auf der Alpe Hof.

Umfangreiche Vorarbeiten

Die Eindeckung bedeutet eine enorme logistische Herausforderung und bedarf einer umfangreichen Planung. Angefangen von den unterschiedlichen Gütern wie Nahrungsmitteln, Getränken, Wandfarbe, Toilettenpapier, Töpfen, Pfannen, Zahnstochern wurden auch ein neuer Geschirrspüler sowie ein Ofen aus Gusseisen hinauf transportiert. „Wir sind heute schon seit 4.30 Uhr unterwegs, damit wir die restlichen Frischwaren noch rechtzeitig abholen konnten“, berichtete Manuela Beck, die Mutter von Fabian. Die ganze Familie Beck und zahlreiche Freunde halfen bei der Eindeckung mit. Das war auch dringend nötig, denn ein Anflug folgte dem nächsten.

Die jeweiligen Netze und großen Verpackungstaschen für den Transport mussten so schnell wie möglich entleert werden. Die Zusammenarbeit ging Hand in Hand, Fabian gab mit ruhiger Stimme die nötigen Anweisungen.

Engagement und Innovation

Beim Eindeckungsflug waren auch die beiden Kaminkehrer Dieter Hochsteiner und Jürgen Schwendinger dabei. „Ich bin nun schon das 43. Mal dabei. Es ist ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz, der mir aber taugt“, sagt Jürgen Schwendinger. Auch vier Studenten der FH Vorarlberg, nämlich Nikolaus Rothmund, Sandro Göldi, Gerhard Lang und Lucian Kellner, waren mit von der Partie: „Wir sind im Rahmen eines Projekts für die FH hier. Heute führen wir Messungen durch, um den Energieverbrauch abschätzen zu können. Dadurch soll die Planung der zukünftigen Energieversorgung der Hütte entstehen.“

Die vier Studenten packten ebenfalls mit an. Nachhaltigkeit – dieses Stichwort spielt auch bei der Gestaltung der Hütte in Zukunft eine große Rolle. Fabian war Koch in einem Haubenlokal, Isabel hat BWL studiert, zusammen haben sie während der vergangenen drei Jahre ein kleines Ressort auf den Bermuda-Inseln bewirtet. Mit dem neuen Steinofen wird täglich frisches Brot gebacken, aber auch andere Gerichte wie etwa Pizzen können damit erzeugt werden. „Uns ist es ein Anliegen, beste Produkte und regionale Küche mit ein wenig Eigensinn anzubieten“, betonte Fabian. Seit dieser Saison, die am 1. Juni startet, kann eine Übernachtung mit Halbpension gebucht werden. BI