Kiew meldet “massive” russische Angriffe in Südukraine

Welt / 26.07.2022 • 16:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Russische Kampfhelikopter bei einem Friedhof nahe Rostow am Don. <span class="copyright">STRINGER / AFP</span>
Russische Kampfhelikopter bei einem Friedhof nahe Rostow am Don. STRINGER / AFP

Russland hat nach Angaben Kiews erneut Ziele im Süden der Ukraine bombardiert.

Kiew, Moskau Die ukrainische Armee meldete am Dienstag “massive” russische Luftangriffe unter anderem auf den Hafen von Mykolajiw und in der Nähe der Schwarzmeerstadt Odessa. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Videoaufnahmen von zerstörten Gebäuden in dem südwestlich von Odessa gelegenen Badeort Satoka. In der östlichen Region Donezk wurden unterdessen drei Zivilisten getötet.

Satoka sei “ein ganz normales Dorf”, schrieb Selenskyj. “Es gibt keine Stützpunkte und keine Truppen. Die russischen Terroristen wollten einfach nur schießen.” Das Südkommando der ukrainischen Armee berichtete von “massiven Raketenangriffen” im Süden des Landes. Opfer habe es nach ersten Informationen nicht gegeben. In Mykolajiw seien die Hafeninfrastruktur und eine Autofirma bombardiert worden. Gouverneur Vitali Kim veröffentlichte ein Video, das mehrere Explosionen nach Raketeneinschlägen in Mykolajiw zeigte.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.

In der ostukrainische Region Donezk wurden nach Angaben von Gouverneur Pawlo Kyrylenko in der Nacht auf Dienstag mehrere Ortschaften unter Beschuss genommen. Drei Zivilisten seien binnen 24 Stunden bei russischen Angriffen getötet worden, sagte er im ukrainischen Staatsfernsehen. “Es gibt keine einzige Ortschaft in der Region Donezk mehr, die nicht getroffen wurde und relativ sicher ist.”

Russland sprach indes von einem Angriff auf eine Basis der sogenannten Internationalen Legion mit ausländischen Kämpfern. Es seien dabei bei Kostjantyniwka im Donezker Gebiet mehrere Dutzend Ausländer getötet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag in Moskau mit. Der Großteil der Getöteten seien Polen, hieß es. Überprüfbar sind die Angaben nicht von unabhängiger Seite. Die in ukrainischen Armee kämpfende Internationale Legion macht nur vereinzelt Angaben zu eigenen Verlusten und gibt keine Auskunft zur Zusammensetzung der Freiwilligeneinheit.

Ein durch Raketenbeschuss verwüstetes Wohnviertel nahe Odessa. <span class="copyright">REUTERS/Igor Tkachenko</span>
Ein durch Raketenbeschuss verwüstetes Wohnviertel nahe Odessa. REUTERS/Igor Tkachenko

Ebenfalls im Donezker Gebiet seien von der russischen Luftwaffe Stellungen der ukrainischen Streitkräfte bei Sajzewe bombardiert worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow in Moskau. Bei der südukrainischen Großstadt Mykolajiw seien durch Raketenschläge einer Artilleriedivision große Verluste zugefügt worden.

Insgesamt sollen die russischen Streitkräfte acht ukrainische Kommandopunkte in den Gebieten Donezk und Mykolajiw getroffen haben. Dazu seien mehrere Munitionsarsenale im Donezker Gebiet zerstört worden. Russland war vor gut fünf Monaten in die Ukraine einmarschiert und hat große Teile der Ost- und der Südukraine unter seine Kontrolle gebracht. In der benachbarten Region Luhansk wehrte die ukrainische Armee nach Angaben von Gouverneur Serhij Hajdaj innerhalb der vergangenen 24 Stunden vier Angriffsversuche der russischen Truppen ab. APA

Die Bestattung dreier gefallenen Soldaten in Lwiw (Lemberg). <span class="copyright">REUTERS/Pavlo Palamarchuk</span>
Die Bestattung dreier gefallenen Soldaten in Lwiw (Lemberg). REUTERS/Pavlo Palamarchuk