Van der Bellen plakatiert “vielgeliebtes Österreich”

06.09.2022 • 12:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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APA/ROLAND SCHLAGER

Auch für seine Wiederwahl setzt Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Kampagne auf eine Heimaterzählung. Auf den Plakaten, die am Dienstag präsentiert worden sind, wirbt Van der Bellen mit dem aus der Bundeshymne abgekupferten Slogan “Vielgeliebtes Österreich”. Zudem hofft der Amtsinhaber mit dem Motto “Vernunft und Stabilität in stürmischen Zeiten” auf möglichst viele Stimmen am 9. Oktober.

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Die Plakate präsentierte Van der Bellen im Garten des Wiener Palais Schönburg – am selben Ort wie 2016, “ein gutes Omen”, wie der Bundespräsident glaubt. Allen Plakaten gemeinsam ist der Dachslogan “Vielgeliebtes Österreich” aus der dritten Strophe der österreichischen Bundeshymne sowie die Botschaft “Unseren Präsidenten wählen.”. “Das ist eine echte Wahl, das ist keine Wiese und schon gar nicht ist es eine ‘gmahte Wiesn'”, appellierte Van der Bellen an alle Wahlberechtigten, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen und “nach Möglichkeit mir ihre Stimme zu geben”. Angesichts seiner zahlreichen Mitbewerber meinte Van der Bellen, er wünsche sich, dass schon im ersten Durchgang Klarheit geschaffen und er eine Mehrheit haben werde. Wenn nicht, komme es eben zu einer Stichwahl, das sei das Wesen der Demokratie.

Die Plakatkampagne besteht aus vier Sujets. Mit dem Slogan “Aus ganzem Herzen Österreich.” gibt sich Van der Bellen heimatverbunden, im Hintergrund ist ein Bergpanorama des Kaunertals zu sehen – “mein allererstes Zuhause”, wie der Präsident betonte. Das Sujet sei eine Werbung für eine stabile Umwelt und für Österreich, das für viele Menschen Heimat sei, erinnerte Van der Bellen etwa an die tausenden Ukraine-Vertriebenen, die man derzeit beherberge. “Zusammenhalt macht uns sicher.” plakatiert Van der Bellen außerdem, auf dem dazugehörigen Bild ist er beim Selfie-Schießen mit einem Lehrling zu sehen.

“Vernunft und Stabilität in stürmischen Zeiten.” verspricht der Amtsinhaber auf einem weiteren Motiv, das ihn am Schreibtisch zeigt. Es gehe darum, Ruhe zu bewahren, Verantwortung und Pflicht stünden für ihn an oberster Stelle. Die Möglichkeiten der Verfassung seien mit Vorsicht und Vernunft anzuwenden, man solle durch die Freiheiten des Bundespräsidenten nicht zusätzliches Chaos erzeugen, richtete er seinen Mitbewerbern aus. “Mit Österreich spielt man nicht.”, bekräftigt Van der Bellen denn auch auf einem weiteren Sujet, auf dem er ebenfalls mit aufgekrempelten Hemdsärmeln in der Präsidentschaftskanzlei abgelichtet wurde. Man dürfe “nicht mit dem Feuer spielen”, etwa einen Austritt aus der EU auch nur ansatzweise zu diskutieren, lehne er ab.

Aufgehängt werden sollen 1.100 16-Bogen-Plakate und 1.000 8-Bogen-Plakate, außerdem gibt es noch 1.000 mobile 4-Bogen-Plakate und rund 20.000 Kleinflächenplakate.

Auch ein paar Wahlkampf-Artikel der Kampagne gibt es schon – neben Kressesamen und Gummibärchen keinen klassischen Kugelschreiber, sondern den Lieblingsstift des Bundespräsidenten: einen “Stabilo” mit dem Aufdruck “Auf ihn ist Verlass. Auf VDB auch.”

Die Konkurrenz nimmt Van der Bellen seine Werbebotschaften nicht ab: Dass der Amtsinhaber etwa Vernunft und Stabilität in stürmischen Zeiten verspreche, sei zu bezweifeln, meinte FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz in einer Aussendung. “Zusammenhalt gab es bei ihm nur dann, wenn es darum gegangen ist, die höchst instabile schwarz-grüne Regierung vor dem Aus zu retten. Und die stürmischen Zeiten sind auch durch den Bundespräsidenten mit verursacht worden”, kritisierte Rosenkranz. “Die Botschaften, die Van der Bellen hier transportiert, haben mit ihm persönlich leider nichts zu tun.”