Metaller-KV: Arbeitgeber-Angebot bei 4,1 Prozent

18.10.2022 • 05:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Arbeitgebervertreter Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA) bei dem Start der Verhandlungen im September. <span class="copyright">APA/HELMUT FOHRINGER</span>
Arbeitgebervertreter Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA) bei dem Start der Verhandlungen im September. APA/HELMUT FOHRINGER

In der zweiten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) ist es heute – erwartungsgemäß – zu keiner Einigung gekommen. Einen Fortschritt gab es trotzdem, nunmehr liegt nach der Forderung der Arbeitnehmer von 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt das Angebot der Arbeitgeber vor: Plus 4,1 Prozent, somit deutlich unter der für die Verhandlungen traditionellen Basis der Jahresinflation, die 6,3 Prozent beträgt.

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA sprachen nach der Verhandlungsunterbrechung von einer Provokation. “Zwischen 19. und 21. Oktober werden Betriebsversammlungen in der gesamten Metallindustrie abgehalten”, teilten sie Montagabend mit.

“Das Angebot ist angesichts der besonders erfolgreichen vergangenen Jahre und des aktuellen Wirtschaftswachstums eine Provokation. Das Verhandlungsteam der Gewerkschaften lehnt das Angebot als völlig unzureichend ab. Die Betriebsrätinnen und Betriebsräte werden daher bereits diese Woche die Belegschaften bei Betriebsversammlungen informieren und vorsorglich Beschlüsse für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen einholen”, sagen die beiden Chefverhandler, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA). Die Forderung der Arbeitnehmer nach 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt bleibe weiter aufrecht.

Die Gewerkschaften werfen den Arbeitgebern vor, Verschlechterungen bei Arbeitszeit und Überstundenabgeltung zu planen. So sollen zum Beispiel längere Phasen mit sehr langen Arbeitszeiten (60-Stunden-Woche) möglich und die Plus- sowie Minusstundenkontingente deutlich erhöht werden. “Das bedeutet im Klartext, arbeiten bis zum Umfallen und gleichzeitig weniger Lohn und Gehalt durch den Wegfall von Überstundenzuschlägen. Das werden wir nicht zulassen”, so die beiden Gewerkschafter Wimmer und Dürtscher.

Aus Sicht der Arbeitgeber bietet ihr Angebot -unter Einberechnung der Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung – eine Abdeckung der gestiegenen Lebenshaltungskosten “zu mehr als 100 Prozent”. Außerdem hätten sie die Möglichkeit von Gewinnbeteiligungen angeboten.

“Nimmt man die vorgeschlagenen 4,1 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung und rechnet die Teuerungsmaßnahmen, die zwischen 50 und 100 Prozent der zusätzlichen Kosten für die Beschäftigten und ihre Familien abdecken, dazu, so ist das ein Teuerungsausgleich von 100 Prozent und bei vielen Menschen sogar deutlich mehr. Zusätzlich wäre es möglich, die Beschäftigten mit innovativen Lösungen direkt an Gewinn und Erfolg der Unternehmen zu beteiligen”, so Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI) heute Abend in einer Aussendung.

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