Medikamentenknappheit in Vorarlberg

22.12.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Heilquell Apotheke in Schwarzach.
Heilquell Apotheke in Schwarzach.

Einigen Apotheken gehen die Ersatzwirkstoffe ebenfalls aus.

Schwarzach In vielen Apotheken häufen sich die Warteschlangen, wie bei der Heilquell Apotheke in Schwarzach am Donnerstag. Leute gehen ein und aus, Apotheker und Apothekerinnen suchen nach Arzneimitteln. Dabei warten mehrere Menschen auf ihr gewünschtes Medikament. Eine Krankheitswelle rollt durch Vorarlberg. Zudem erschweren die gravierenden Engpässe bei der Lieferung von Medikamenten das Geschehen. “Vorher war es so, dass der Ersatz kein großes Problem war, weil die Substanz von einem anderen Anbieter da war. Jetzt ist es so, dass wir einen Wirkstoff von keinem Anbieter mehr bekommen”, schildert Alfred Steinlechner, Leiter der Heilquell Apotheke.

Mag. Alfred Steinlechner ist Leiter der Heilquell Apotheke in Schwarzach.
Mag. Alfred Steinlechner ist Leiter der Heilquell Apotheke in Schwarzach.

Davon sind Antibiotika stark betroffen. Ein bestimmtes, das normalerweise vor Zahnoperationen verwendet wird, gab es eine Zeit lang gar nicht. Zudem ist das beliebte Antibiotikum Penicillin in verschiedenen Varianten ebenfalls nicht lieferbar. Dabei wird Penicillin häufig bei bakteriellen Infektionen eingesetzt, vor allem bei schweren Erkrankungen wie Mandelentzündung, Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung.

Einige Medikamente sind gar nicht lieferbar. <span class="copyright">Miriam Mayer</span>
Einige Medikamente sind gar nicht lieferbar. Miriam Mayer

“Im Moment haben wir sehr viel zu tun, vor allem weil es Erkältungszeit ist. Antibiotika und Erkältungsmittel sind jetzt gefragt”, erzählt Steinlechner. “Aspirin war auch eine Zeit nicht lieferbar und wenn, dann nur die kleine Packung mit zehn Stück.” Arzneimittel gegen Erkältungen sind also auch von den Engpässen betroffen. Einen gängigen Halsspray zur Schmerzlinderung haben die Apotheker auch nicht zur Hand. Wer Schmerzmittel in einer gewissen Stärke oder stärkere Schmerzmittel braucht, bekommt diese vielleicht nicht. Gewisse Schmerzmittel und Schmerzpflaster sind ebenfalls nicht verfügbar. “Bei den Erkältungsmitteln tun wir uns jedoch etwas leichter, einen Ersatz zu finden.”

Auch bei Medikamenten für Kinder gibt es Lieferprobleme, wobei für die meisten noch Ersatz gefunden werden kann. Unter anderem waren vor kurzem Fieberzäpfchen für Kleinkinder und Babys in gewissen Stärken nicht vorhanden. Hustensäfte gibt es nur noch in einigen Größen. “Wir merken, dass wir ein Kontingent bekommen haben und dann ist es wieder weg. Vor zwei Jahren hätte ich mir das nicht vorstellen können”, betont der Apotheker.

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