Zyperns Rettungspaket scheitert im Parlament

VN Titelblatt / 19.03.2013 • 23:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zypern könnte bald der erste Euroland-Staat sein, der bankrottgeht: EU-Paket abgelehnt.

Nikosia. Niemand hatte gedacht, dass die kleine Insel­republik eines Tages der Nabel der Finanzwelt werden könnte. Zum ersten Mal in der jüngsten Geschichte Europas sollen die Bürger eines Landes selbst einen Teil der Lasten zur Rettung ihres Staates und seiner Banken übernehmen. Die einst heilige Unantastbarkeit der Geldeinlagen ist dahin. Doch stemmt sich das Parlament dagegen. 36 von 56 Abgeordneten stimmten nach einer hitzigen Debatte am Dienstagabend gegen die Zwangsabgabe. 19 enthielten sich der Stimme. Eine Abgeordnete war nicht anwesend. Dies teilte Parlamentspräsident Giannakis Olirou mit. Draußen, vor dem Abgeordnetenhaus, jubelten die Demonstranten. „Wir werden nicht die Sklaven des 21. Jahrhunderts werden“, skandierten sie.

Wie es jetzt weitergeht, weiß niemand. Zypern dürfte im Juni das Geld ausgehen. Finanzminister Michael Sarris will heute nach Moskau reisen. Ob von dort Hilfe kommt, ist fraglich. /A2