„Millionärssteuer hätte symbolische Wirkung“

VN Titelblatt / 19.08.2013 • 21:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bei Erbschaften wäre nur ein Bruchteil der SPÖ-Vorstellungen erreichbar, sagt Experte.

Wien. (VN-joh) Das SPÖ-Umverteilungsmodell sieht eine Entlastung des Faktors Arbeit vor. Zur Finanzierung soll neben einer Finanztransaktionssteuer und der Betrugsbekämpfung eine Vermögensbesteuerung eingeführt werden. So rechnet Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) damit, dass mit einer Erbschaft- und Schenkungsteuer, die erst ab einer Million Euro greifen würde, 400 bis 500 Millionen Euro zu holen wären. Der Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh bezweifelt dies: Große Würfe wären mit einer Erbschaft- und Schenkungsteuer so oder so nicht zu machen. Wenn sie erst ab einer Million Euro greifen solle, schon gar nicht. Schuh verweist auf die Erfahrungen: 2007 habe es 24 Erbschaften und Schenkungen über 1,07 Millionen Euro gegeben. Die Steuer habe 8,8 Millionen Euro gebracht. Schlussfolgerung: Eine solche Millionärssteuer hätte so gut wie keine budgetäre Wirkung; sie hätte symbolischen Charakter im Sinne der Steuergerechtigkeit. /A2