Regierung will Ärzte bespitzeln

VN Titelblatt / 08.05.2015 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Landesrat Bernhard lehnt „Mystery Shopping“ zur Betrugsbekämpfung ab.

Wien. Dass Spitzel künftig in die Arztpraxen geschickt werden sollen, bezeichnet Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) im VN-Gespräch als unwürdig. Das von der Regierung geplante sogenannte „Mystery Shopping“ stelle einen verfehlten Generalverdacht auf. Die Regierung sieht darin freilich nur eine Maßnahme zur Betrugsbekämpfung, die
die Steuerreform-Entlastung teilweise gegenfinanzieren soll. Das „Mystery Shopping“ könne falsche Abrechnungen durch Ärzte beziehungsweise missbräuchliche Krankschreibungen aufdecken. Der Präsident der Vorarlberger Ärztekammer, Michael Jonas, protestiert. Ärzte bespitzeln zu wollen, sei ein „Armutszeugnis der Sozialversicherungen und des Staates“, sagt er. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wiederum versteht die Aufregung nicht. Es könnten sich schließlich nur diejenigen beschweren, die „offensichtlich etwas nicht ordnungsgemäß machen“, erklärt er. Für Missbrauch habe auch er kein Verständnis, kontert Jonas. Die Maßnahme, „Mystery Shopping“ einzuführen, sei aber zu drastisch, bekräftigt er. /A3