Die Hausärzte schlagen Alarm

08.05.2019 • 20:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kaum Wertschätzung für Betreuung von Schwerkranken.

schwarzach Laut internationalen Studien können 80 bis 95 Prozent der unheilbar erkrankten oder sterbenden Patienten adäquat im niedergelassenen Bereich betreut und begleitet werden. Auch in Vorarlberg kommen die Hausärzte dieser Aufgabe mit viel Engagement nach. Wie eine aktuelle Untersuchung zur Palliativmedizin zeigt, hinterlassen mehr als 87 Prozent der Mediziner sogar ihre private Telefonnummer bei Angehörigen, um jederzeit erreichbar zu sein. Allerdings gibt es harsche Kritik an der mangelnden Wertschätzung, die sich vor allem in der Honorierung abbildet. So sind etwa Mehrfachbesuche an einem Tag in der Regel nicht abrechenbar. Auch die Abgeltung für Gespräche ist knapp bemessen, aber: „Gespräche mit Angehörigen lassen sich nicht auf eine Viertelstunde reduzieren“, sagt Studienautorin Rosemarie Plötzeneder. Noch drastischer drückte es ein Kollege aus: „Wir erhalten weniger als ein Waschmaschinenmonteur.“ Ganz klar wurde deshalb der Wunsch nach einer eigenen Abrechnungsposition ohne Limitierung für die palliative Betreuung deponiert. Kritik setzte es zudem an den Akutspitälern, von denen sich die Mediziner bei der Entlassung von Patienten oft übergangen fühlen. Aus Sicht von Plötzeneder bestätigt die Studie die Notwendigkeit der im Masterplan Allgemeinmedizin geforderten Maßnahmen zur Aufwertung von Hausärzten. »A5

„Gespräche mit Angehörigen lassen sich nicht auf eine Viertelstunde reduzieren.“