Pensionsbonus mit Fragezeichen

10.07.2019 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kritik an möglichen Ungerechtigkeiten ab 2020.

wien Wer 40 Jahre oder länger erwerbstätig war, bekommt ab 2020 eine Pension von zumindest 1315 Euro brutto, Ehepaare 1782 Euro. Bei 30 Beitragsjahren gibt es 1080 Euro. Das hat vor Kurzem eine Mehrheit im Nationalrat beschlossen. Der sogenannte Pensionsbonus soll als eigenständige Leistung zusätzlich zur Pension bzw. zur Ausgleichszulage ausbezahlt werden. Die ehemaligen Regierungsparter ÖVP und FPÖ bezeichnen die Maßnahme als einen wichtigen Schritt zur Senkung von Altersarmut. Die Neos sind hingegen kritisch. Sie glauben, dass der Bonus mit „Brutto-Netto-Verwerfungen“ die falschen Anreize setzt. Das zeige sich etwa bei Ehepaaren mit einem Pensionsbezieher. Auch wenn eine hohe Brutto-Pension erarbeitet wurde, könne man letztlich netto weniger herausbekommen als jemand, der den Bonus bekomme, gibt Sozialsprecher Gerald Loacker zu bedenken „Das setzt ein äußerst schlechtes Signal. Nämlich, dass es sich nicht rentiert, länger zu arbeiten.“ Zuletzt sorgte der Pensionsbonus auch bei der Frage der Finanzierung für Wirbel. Nach einer Einschätzung des Sozialministeriums müsste er nämlich ins EU-Ausland exportiert werden. Kosten von im Extremfall 421,4 Millionen Euro pro Jahr standen im Raum. Das bezweifeln ÖVP und FPÖ. Der Bonus unterliege ebenso wenig dem Export ins EU-Ausland wie die Ausgleichszulage. »A3

„Das setzt ein schlechtes Signal. Nämlich, dass es sich nicht rentiert, länger zu arbeiten.“