Kardinal darf nicht in Pension

VN Titelblatt / 21.01.2020 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rücktrittsgesuch von Christoph Schönborn abgelehnt.

schwarzach, Wien Die Glückwünsche zum 75. Geburtstag, den der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, heute, Mittwoch, feiert, kommen von Herzen. Ein kleiner Wermutstropfen dürfte da wohl die Botschaft aus dem Vatikan sein, in der Papst Franziskus das von Schönborn bereits im Herbst eingereichte Rücktrittsgesuch ablehnt. Der Kardinal wollte aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied nehmen. Kenner der katholischen Kirche hatten allerdings schon im Vorfeld bezweifelt, dass der Rücktritt angenommen wird. Schönborn selbst hatte vor wenigen Tagen gemeint: „Ich danke für die Gebete und guten Wünschen und freue mich, dass ich den Weg mit Ihnen gemeinsam weitergehen darf, im Amt und auch danach.“ Aus der Bischofskonferenz, deren Vorsitzender er seit 1998 ist, will sich Christoph Schönborn aber definitiv zurückziehen. Der Vorsitz würde mit der Abberufung als Erzbischof nämlich automatisch erlöschen. Er will, wie er sagte, dem Gremium bis zur darauffolgenden Vollversammlung keine führungslose Zeit verursachen.

Was seine eigene Nachfolge betrifft, gilt dem Vernehmen nach weiterhin der Vorarlberger Diözesanbischof Benno Elbs (59) als Favorit. Er war schon im Herbst ins Spiel gebracht worden. Laut Erzdiözese Wien werden Abberufung und Bekanntgabe des Nachfolgers zeitgleich stattfinden. »A5

„Ich möchte der Bischofskonferenz keine führungslose Zeit verursachen.“