Lehrermangel: Dieser Schule droht das Aus

TV / 24.06.2022 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gemeindevertreter Kurt Klehenz, Bürgermeister Daniel Sandrell, Vizebürgermeister Josef Tschofen und Stephan Sahler wollen die Schulschließung verhindern. <span class="copyright">VN/JUN</span>
Gemeindevertreter Kurt Klehenz, Bürgermeister Daniel Sandrell, Vizebürgermeister Josef Tschofen und Stephan Sahler wollen die Schulschließung verhindern. VN/JUN

Die Volksschule im hinteren Montafon sucht händeringend eine Lehrperson für das kommende Schuljahr, ansonsten muss sie (für immer) schließen. Die Gemeinde kämpft für ihren Erhalt.

Partenen Im ganzen Land herrscht Lehrermangel, so auch an der Volksschule Partenen. Nachdem eine Lehrerin im Februar gekündigt hat, fehlt der Volksschule eine Vollzeitstelle. Mit aktuell nur drei Teilzeitstellen kann ab September der Schulbetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden, wenn bis dahin keine Lehrperson gefunden wird, sagt Gaschurns Bürgermeister Daniel Sandrell. Rund 300 Lehrer werden in Vorarlberg gesucht. Während größere Schulen das fehlende Personal leichter kompensieren können, gelangen kleinere Schulen schnell an ihre personellen Grenzen.

Auf die Stellenanzeige, die auf der Gemeindehomepage und in den Sozialen Medien publiziert wurde, hat sich bis jetzt niemand beworben. Selbst über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hat die Gemeinde die Werbetrommel gerührt, doch bis jetzt ohne Erfolg. Die Verantwortlichen hoffen inständig, noch bis zum neuen Schuljahr eine Vollzeitkraft zu finden. Die Eltern haben sich trotzdem schon vorsichtshalber die Volksschule in Gaschurn angeschaut, mit der die VS Partenen im Ernstfall fusionieren müsste.

Die Gemeinde wirbt in ihrer Stellenanzeige unter anderem damit, dass man dort arbeitet, wo andere Urlaub machen, nämlich im beschaulichen Partenen.  <span class="copyright">VN/JUN</span>
Die Gemeinde wirbt in ihrer Stellenanzeige unter anderem damit, dass man dort arbeitet, wo andere Urlaub machen, nämlich im beschaulichen Partenen. VN/JUN

Dabei hat der 400-Seelen Ort in den letzten Jahren viel getan, um die dörfliche Struktur zu stärken. Durch den sozialen Wohnbau zogen junge Familien nach Partenen, weshalb in den nächsten fünf Jahren auch steigende Schülerzahlen erwartet werden. Elf Kinder werden zurzeit unterrichtet. In fünf Jahren werden es 19 Kinder sein.

Gemeinde Gaschurn hat viel in Partenen investiert

„Wir stehen vor einem Dilemma“, sagt Vizebürgermeister Josef Tschofen. „Alle Bemühungen, die wir unternommen haben, um das Dorf zu beleben, sind jetzt gefährdet.“ Das Land Vorarlberg müsse endlich wachgerüttelt werden. Viele Lehrer und Lehrerinnen gehen zum Arbeiten in die Schweiz, da sie dort mehr verdienen. Auch die Bürokratie in ihrem Beruf nehme zu. „Da wurde politisch viel versemmelt“, sieht Gemeindevertreter Kurt Klehenz die Schuld nicht bei der Gemeinde. Im Gegenteil: „Die Gemeinde macht ihre Hausaufgaben, hat für die Volksschule Partenen interaktive Tafeln angeschafft und die Beleuchtung auf LED umgestellt.“ „Wir wollen für Lehrer attraktiv bleiben“, begründet Daniel Sandrell die Investitionen. Die Gemeinde würde sogar bei der Wohnungssuche unterstützen. 

Schließt die Volksschule Partenen, wird sie womöglich nie wieder öffnen, sagt Stephan Sahler, betroffener Vater aus Partenen: „Mir ist in Vorarlberg kein Fall bekannt, wo eine Schule nach Stilllegung wieder geöffnet wurde.“