„Ätschi-Bätschi“ – ich bin dann mal weg in Europa

Vorarlberg / 01.05.2015 • 21:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Filip Karlsson hat Spaß mit den Betreuten Caro, Martin und Andy vom Sunnahof in Göfis. Foto: VN/Steurer
Filip Karlsson hat Spaß mit den Betreuten Caro, Martin und Andy vom Sunnahof in Göfis. Foto: VN/Steurer

Eine Vorarlbergerin und ein Schwede über ihre Erfahrungen mit dem Europäischen Freiwilligendienst. 

Göfis, Šiauliai. (VN-ger) Jetzt oder nie, dachte sich Jolanda Eiler nach ihrer Matura an der HTL Rankweil und weg war sie. „Ich wollte schon immer einige Zeit im Ausland leben“, erzählt die 20-jährige Rankweilerin. Im Europäischen Freiwilligendienst (EFD) sah sie die „perfekte Möglichkeit“ für ihr Abenteuer. „Mir war wichtig, dass ich eine Organisation, andere Freiwillige, Versicherungen und etwas finanzielle Sicherheit habe.“ Seit vergangenen September arbeitet Jolanda Eiler nunmehr in der litauischen Stadt Šiauliai beim Schulradio eines Gymnasiums, nimmt Berichte auf, schreibt Artikel für die Schulzeitung und für einen Blog oder macht Fotos bei Schul­events. „Meine Lieblingsbeschäftigung an der Schule ist der Deutschunterricht, den ich manchmal gestalten darf“, berichtet Jolanda.

Doch es geht auch umgekehrt. Der 21-jährige Filip Larson kommt aus Umeå/Schweden, seit September nennt er den Sunnahof Tufers in Göfis seine Heimat auf Zeit. Gemeinsam mit Menschen mit Behinderung arbeitet er insgesamt ein Jahr lang in der Landwirtschaft des Lebenshilfe-Betriebs mit. „Ich wusste noch nicht, was ich studieren soll und dachte, das wäre eine gute Sache“, sagt der 21-Jährige.

Elitetruppe

Seit drei Jahren sind am Sunnahof vier EFDler pro Turnus in der Landwirtschaft, Tischlerei, Gärtnerei und im Hofladen samt Gastronomie im Einsatz. „Alle vier sind vom ersten Tag an mit einer irren Überzeugung und mit viel Spaß in die Arbeit eingestiegen“, lobt Geschäftsführer Thomas Lampert seine „Elitetruppe“. Filip Karlsson ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, er mag die Arbeit mit Menschen, Tieren und in der Natur.

„Jeder Tag ist anders und alles ist sehr offen“, erzählt der junge Schwede, der auch mit dem Vorarlberger Dialekt schon bestens vertraut ist. Sein erstes Wort? „Ätschi-Bätschi glaube ich“, sagt er und schmunzelt. „Verstehen geht, aber das Sprechen ist hart. Im Mund kommt immer alles durcheinander.“ Wiederkommen möchte Filip auf jeden Fall. „Vielleicht als Skilehrer“, sinniert er.

Und Jolandas Fazit? „Der EFD hat mein Interesse an anderen Kulturen und Bräuchen geweckt und ich denke, dass wir durch Reisen nicht nur viel Neues erfahren und entdecken, sondern auch über uns selbst lernen“, möchte Jolanda nach ihrer Rückkehr weiterhin mit Menschen aus anderen Nationen in Kontakt sein, reisen und in einem Verein mithelfen.

Jolanda Eiler aus Rankweil arbeitet in der litauischen Stadt Šiauliai bei einem Schulradio.  Foto: privat  
Jolanda Eiler aus Rankweil arbeitet in der litauischen Stadt Šiauliai bei einem Schulradio. Foto: privat  

Infos zum EFD

» Mitmachen kann jeder zwischen 17 und 30 Jahren

» Einsatzzeit: zwei bis zwölf Monate

» Die Aufnahmeorganisation finanziert Unterkunft und Verpflegung. Die EU bezahlt die Versicherung, lokale Transportkosten, Taschengeld (zwischen 55 und 145 pro Monat), einen Sprachkurs sowie Reisekostenzuschuss

» Nähere Infos: www.aha.or.at