Austria war „nicht dabei“

Sport / 01.05.2015 • 22:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Umstrittene Szene in der Nachspielzeit: Austrias Dario Tadic (rechts) reklamiert den von Pavao Pervan festgehaltenen Ball hinter der Linie. Foto: gepa
Umstrittene Szene in der Nachspielzeit: Austrias Dario Tadic (rechts) reklamiert den von Pavao Pervan festgehaltenen Ball hinter der Linie. Foto: gepa

Erschreckend schwache Lustenauer verlieren zu Hause gegen den LASK mit 1:2.

Lustenau. Enttäuscht und nachdenklich zeigte sich Austria-Trainer Lassaad Chabbi nach der sang- und klanglosen Niederlage gegen den LASK. „Das ist einfach viel zu wenig. So dürfen wir uns nicht präsentieren“, so Chabbi. Dabei waren trotz Dauerregens über 4000 hoffnungsfrohe Fans ins Reichshofstadion gepilgert. Leider sorgten die wenigen mitgereisten LASK-Anhänger für einige Unruhe. „Sei dabei“ hatte das Motto in Lustenau gelautet. Doch nur all jene, die eine schwarze – LASK-Sieg – Eintrittskarte gekauft hatten, durften wenigstens auf den Gewinn eines von fünf Autos hoffen.

Denn ihre Austria war an diesem Abend „nicht dabei“ und verlor das Spiel bereits in den ersten zehn Minuten. Nach fünf Minuten traf Seifedin Chabbi nach einem Gäste-Standard ins eigene Tor, vier Minuten später reagierte Florian Templ, nachdem Goalie Christopher Knett einen Schuss abprallen ließ, am schnellsten und erhöhte auf 2:0 für die Linzer. Die sichtlich eingeschüchterte Austria fand nach dem frühen Rückstand nicht ins Spiel. Viele Ball- und Zweikampfverluste machten einen geordneten Spielaufbau nicht möglich, zudem mangelte es an Kreativität nach vorne.

Weitaus geschickter agierte der LASK. Durch gutes Abwehrverhalten und aggressives Pressing kontrollierte das Team von Martin Hiden die Partie fast nach Belieben. In der 23. Minute wurde die Austria dann doch einmal gefährlich. Alexander Aschauer scheiterte aber nach guter Einzelaktion am Tormann. Zwei Minuten später war der für den schwachen Chabbi eingewechselte Jailson überrascht, nachdem er nach einer Flanke am langen Pfosten alleinstehend zum Ball kam. Sein Schussversuch stellte keine Gefahr dar. Auf Seiten der Hausherren war in den ersten 45 Minuten nur Schlussmann Knett hervorzuheben, denn er verhinderte einen höheren Rückstand seiner Mannschaft.

Kaum Besserung

Auch in Hälfte zwei sah es nicht danach aus, als ob die Austria im Stande wäre, die Partie noch zu drehen. Zu viele Fehlpässe um die Mittelfeldachse Secerovic, Strand­vall und Wolf erstickten viele potenzielle Angriffe bereits im Keim. Zehn Minuten vor Spielende kam doch noch ein Aufbäumen. Wieder einmal war es Christoph Kobleder, der mit dem Anschlusstreffer in der Nachspielzeit die Hoffnung noch kurz schürte. Sein Tor in der Nachspielzeit kam jedoch zu spät. „Es kann doch nicht sein, dass Kobleder als Innenverteidiger mehr Tore schießt als unsere Stürmer“, so der ratlose Chabbi nach dem Spiel.

Nach der schmerzhaften Heimniederlage kommt die Austria jetzt wieder mehr unter Druck. Nur drei Punkte trennen die Lustenauer von Tabellenschlusslicht Hartberg, dem nächsten Gegner der Grün-Weißen.

In Hartberg müssen wir gewinnen, sonst schaut es dunkel aus.

Lassaad Chabbi

Fußball – Sky Go Erste Liga 2014/15

31. Spieltag

SC Austria Lustenau – LASK Linz 1:2 (0:2)

Reichshofstadion, 4200 Zuschauer, SR Jäger (S)

Torfolge: 5. 0:1 Seifedin Chabbi (Eigentor), 9. 0:2 Templ, 90. 1:2 Kobleder

Gelbe Karten: 18. Secerovic (Austria), 32. Barry, 33. Vujanovic (beide LASK), 39. Kobleder (Austria), 81. Kerschbaumer, 90./+1 Dovedan (beide LASK/alle Unsportlichkeit)

SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Knett/2; Sakic/3, Stückler/3, Kobleder/2, Sobkova/4; Strandvall/4 (63. Tadic/3), Wolf/4; Aschauer/2, Secerovic/4, Zachhuber/4 (53. Thiago/3); Chabbi/4 (21. Jailson/3)

LASK Linz (4-1-4-1): Pervan/3; Kerschbaumer/2, Neuhold/2, Hieblinger/2, Ullmann/3 (69. Dovedan/2); Fabiano/3; Barry/2, Hinum/3, Vujanovic/3, Drazan/3 (74. Schröger/0); Templ/2 (85. Michorl/0)

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt