„Brauchen starkes Europa“

Vorarlberg / 01.05.2015 • 21:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An die 200 Sozialdemokraten lauschten den Worten Harald Krassnitzers. Foto: VN/Steurer
An die 200 Sozialdemokraten lauschten den Worten Harald Krassnitzers. Foto: VN/Steurer

Rund 200 Menschen hielten am 1. Mai in einem Zelt am Bregenzer Hafen die Arbeit hoch.

Bregenz. (VN-mip) „Freundschaft, Glück auf und ein Hoch auf den 1. Mai“. Mit diesen Worten beendete Gastredner und Tatort-Kommissar Harald Krassnitzer seine Rede bei der Maifeier der Vorarlberger SPÖ in Bregenz. An die 200 Gäste zwängten sich ins Festzelt und beendeten mit dem Lied der Arbeit den offiziellen Teil des „Kampftages und Festtages“, wie SPÖ-Chef Michael Ritsch kurze Zeit zuvor den Tag nannte.

Das Wetter spielte an diesem 1. Mai nicht mit. Der Kinderspielplatz vor dem Festzelt war spärlich besucht, im Zelt war es kuschlig eng. Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner begrüßte jeden Gast persönlich und überreichte jedem eine rote Rose. Vor Ort war alles, was in der kleinen Vorarlberger sozialdemokratischen Welt Rang und Namen hat: AK-Vizepräsidentin Manuela Auer, ÖGB-Vorarlberg-Chef Norbert Loacker und Urgestein Arnulf Häfele. Ritsch warnte in seiner Rede vor „ÖVP und FPÖ, die uns bildungspolitisch zurück in die Steinzeit katapultieren wollen“, und bezeichnete Strache als „Verräter der sozial Schwachen“. Gleichzeitig verwies Ritsch auf die „Erfolge sozialdemokratischer Kanzler wie Mindestlohn oder fünf Urlaubswochen. Anschließend durfte Krassnitzer vors Mikrofon.

Visionen gesucht

Der Schauspieler ortete „eine Zeit, mit so vielen Reichen wie noch nie und so wenig Solidarität wie noch nie“. Es gäbe viel Unmut in der Bevölkerung, doch der Politik fehle es an Vorstellungen für die Zukunft. „Wir dürfen Entscheidungen nicht an den Öffnungszeiten der Börse ausrichten“, beklagte er sich. Die Sozialdemokratie habe ihre Vorstellungen immer im Utopischen gehabt: „Es sind Visionen, an welche die Menschen glauben können.“ Vieles, das erträumt wurde, sei heute Wirklichkeit, vieles aber auch in weiter Ferne. Abschließend stellte er fest: „Wir brauchen ein starkes Europa. Wer noch denkt, sich hinter Grenzen in nationalistische Gefilde zurückziehen zu können, ist auf dem Holzweg. Globale Probleme können nur global gelöst werden.“ Zum Schluss wendete er sich an Ritsch: „Ich danke dir für den politischen Ungehorsam, den du manchmal pflegst.“

Auch die FPÖ meldete sich am Tag der Arbeit zu Wort. FPÖ-Chef Dieter Egger ließ per Aussendung wissen: „Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund für die alljährliche Partystimmung der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP.“ Der erste Mai würde immer mehr zum Tag der Arbeitslosigkeit werden. Außerdem forderte Egger, der Landeshauptmann solle sich um die Kalte Progression kümmern.