Drei Geheimwaffen gegen die Schweiz

Sport / 01.05.2015 • 23:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die sechs Vorarlberger bei der Eishockey-WM in Prag: Manuel Ganahl, Raphael Herburger, Rene Swette, David Madlener, Alexander Pallestrang und Daniel Woger. Foto: gepa
Die sechs Vorarlberger bei der Eishockey-WM in Prag: Manuel Ganahl, Raphael Herburger, Rene Swette, David Madlener, Alexander Pallestrang und Daniel Woger. Foto: gepa

Für Österreichs Eishockeyteam geht es bei der WM in Prag um den Klassenerhalt.

Schwarzach. Heute (12.15 Uhr) gegen die Schweiz, morgen gegen Schweden. Der Auftakt bei der Eishockey-WM in Prag hat es für Österreichs Nationalteam in sich. Der letzte Sieg gegen die Schweiz ist 18 Jahre her – 1997 qualifizierte sich die ÖEHV-Auswahl mit einem 2:0 in der Qualifikation für die Winterspiele in Nagano. Und gegen die Tre Kronors wartet Österreich seit dem 2:1 bei der WM 1947 in Prag auf einen vollen Erfolg.

Punkte sammeln gegen den Abstieg – Österreichs Lift-Dasein in der A-Gruppe soll ein Ende haben. Zuletzt schaffte man dieses Kunststück 2004 unter Herbert Pöck ebenfalls in Prag. Zur Erinnerung der Modus: Die beiden Mannschaften mit den wenigsten Punkten steigen in die Division 1A ab. „Es ist keine Geheimnis, dass wir oben bleiben wollen“, sagt Teamtrainer Dan Ratushny.

Mittel, um zu überraschen

Heute gegen die Schweiz möchte man den ersten Schritt für den Klassenerhalt machen. Zwar sind die Eidgenossen der Favorit – aber Österreich wirft drei Geheimwaffen in das Duell. Da ist zum einen Sportdirektor Alpo Suhonen. Der Finne ist ein absoluter Kenner des Schweizer Eishockeys, war zwischen 1987 und 2011 immer wieder in der Nationalliga A tätig. Suhonen holte mit Roger Bader auch den besten Nachwuchsexperten aus dem Heidiland an Bord. Der 50-Jährige, eigentlich für das U-20-Nationalteam zuständig, betreute in den letzten 15 Jahren durchgängig die Schweizer Nachwuchs-Nationalteams, war auch Kotrainer bei der „Nati“ von Ralph Krueger. „Ich rechne mir da für uns doch eine Chance aus“, sagt Bader über das Startspiel. „Die Schweiz ist Favorit. Aber ich denke schon, dass wir die Mittel haben, sie zu überraschen.“

Die dritte Waffe ist weniger geheim und steht mit Raphael Herburger auf dem Eis. In den elf Saisonspielen für das Nationalteam war der Schweiz-Legionär mit je fünf Toren und fünf Assists der beste rot-weiß-rote Stürmer. Kevin Schläpfer, sein Trainer in Biel, traut dem Dornbirner auch gegen die Schweiz einen Treffer zu: „Er kann gegen uns Tore schießen“, beantwortete er in einer Experten-Diskussion auf Sportalhd.com die entsprechende Frage. „Die Schweizer sind Favorit, aber wir haben eine kleine Chance“, meinte Herburger selbst.

Der in die Schweiz zurück- gekehrte Ex-ÖEHV-Kotrainer Christian Weber attestierte Österreichs Angreifern durchaus Qualität. Aber: „Wenn sie offensiv mitspielen wollen, haben sie keine Chance.“ Was Medien-Fachmann Klaus Zaugg zur mutigen Ansage veranlasste: „Mit unseren Verteidiger-Titanen Mark Streit, Roman Josi und Timo Helbling gegen die Operetten-Stürmer von Österreich – Herburger nehme ich einmal aus – die müssen wir schlagen. Da müssen wir nicht diskutieren . . .“