„Ein Blick mit Sorge“

Markt / 01.05.2015 • 21:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorstand Arno Schuchter und Regionaldirektor Markus Winkler (Generali Versicherung). Foto: VN/Hartinger
Vorstand Arno Schuchter und Regionaldirektor Markus Winkler (Generali Versicherung). Foto: VN/Hartinger

Generali Versicherung ist in einem immer schwieriger werdenden Markt in Vorarlberg gewachsen.

Schwarzach. (VN-sca) Diesmal musste Arno Schuchter, Vorstand der Generali-Versicherung, nicht weit reisen, um die Zahlen seines Unternehmens vorzustellen. Der Versicherungsmanager ist Vorarlberger und pendelt gewöhnlich zwischen Wien und seinem Heimatland. Deshalb freut sich der ehemalige Vorarlberger Landesdirektor umso mehr, dass die Generali in Vorarlberg auch 2014 seine Position am Markt ausbauen konnte, nämlich um 2,6 Prozent über alle Versicherungssparten hinweg. „Vorarlberg hat in unserem internen Ranking den ersten Platz. Das größte Wachstum war bei der Krankenversicherung mit fünf Prozent zu verzeichnen. Bei Lebensversicherungen ist man in Vorarlberg die Nummer eins, freut sich der Regionaldirektor für Tirol und Vorarlberg, Markus Winkler. Marktführer ist Generali in Vorarlberg auch bei der Schadens- und Unfallversicherung. Die Mitarbeiter waren fleißig – sie haben die Anzahl der Verträge von 408.400 auf 412.600 gesteigert.

Ob so vieler Erfolgszahlen müsste man meinen, die Versicherungsmanager sehen auch optimistisch in die Zukunft. Doch dem ist nicht uneingeschränkt so: „Wir blicken angesichts des Zinsumfeldes mit Sorge in die Zukunft“, sagt Schuchter. Es sei auf absehbare Zeit keine Besserung in Sicht, wahrscheinlich falle der Garantiezins auf 1,25 oder sogar auf ein Prozent. Die hochverzinsten Anlagen laufen außerdem aus, jetzt müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden, damit auch in Zukunft die Lebensversicherungen bedient werden können.

Dennoch glauben Winkler und Schuchter an die Zukunft der in den letzten Monaten immer wieder tot gesagten Lebensversicherungen. Allerdings werde man wieder auf die Kernwerte zurückkommen. „Eine Lebensversicherung muss mehr als Versicherung und nicht als Anlageform verkauft werden.“ Auch das Kundenverhalten hat sich geändert: Es werde nach wie vor Wert auf den eigenen Berater gelegt, doch die Kunden informieren sich im Vorfeld eines Abschlusses ausführlich im Internet. Dennoch werde man an der persönlichen Betreuung festhalten und sucht deshalb Mitarbeiter im Außendienst, berichtet Winkler über die Personaloffensive der drittgrößten österreichischen Versicherung.

Fakten

Generali Vorarlberg
» Anzahl Verträge 2014: 412.600
» Verrechnete Prämien 2014: 133,801 Mill. Euro (+2,6%)
» Kunden 2014: 74.000
» Leistungsfälle 2014: 66.000
(u.a. Weiler Möbel mit Betriebsunterbrechungsversicherung)
» Geschäftsstellen: 6
» Kundenbetreuer: 73
» Schwerpunkt 2015: Gesundheitsvorsorge