Euro-Höhenflug führte zu Kursverlusten

Markt / 01.05.2015 • 19:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Roland Rupprechter
Roland Rupprechter

schwarzach. Nach dem starken Kursanstieg am Montag kehrten die europäischen Börsen in den Korrekturmodus zurück. Verantwortlich hierfür waren anfangs schwache Makrodaten wie etwa ein enttäuschender Einkaufsmanagerindex. Außerdem bremste die Angst vor einem „Graccident“, also einem ungeplanten Staatsbankrott und Austritt Griechenlands aus der Eurozone den Markt aus. Am Mittwoch verstärkten sich die Verluste dann aufgrund des Höhenflugs des Euros.

Die Gemeinschaftswährung legte um fast zwei US-Cent auf 1,1160 Dollar zu, dem höchsten Stand seit acht Wochen. Wenn der Euro steigt, verteuern sich die Exporte aus dem Euroraum auf den internationalen Märkten. Für das Wiedererstarken des Euros war das überraschend schwache Wirtschaftswachstum in den USA verantwortlich. Im ersten Quartal war die Dynamik in den USA so schwach wie seit einem Jahr nicht mehr, unter anderem wegen des starken Dollars. Durch die maue US-Konjunktur sinkt nun die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihren Leitzins im Sommer erhöht, was wiederum den Dollar schwächt und den Euro stärkt. Wir gehen davon aus, dass die Rückschläge von den Aktienanlegern als Kaufgelegenheiten interpretiert werden. Vor diesem Hintergrund dürften der ATX und DAX ihr Kurspotenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Wir halten an der Übergewichtung von Aktien weiter fest.

roland.rupprechter@hypovbg.at,
Roland Rupprechter, MBA,
Leiter Asset Management bei der Hypo Landesbank Vorarlberg