Flüssig, mitreißend und mit starken Formulierungen

Kultur / 01.05.2015 • 22:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Siri Hustvedt  bei einem Auftritt in Zürich.  Foto: AP
Siri Hustvedt  bei einem Auftritt in Zürich. Foto: AP

Siri Hustvedt kehrt zurück in die Kunstwelt. In den USA wurde „Die gleißende Welt“ bereits gefeiert.

Roman. Weil sie nicht länger nur die Witwe eines bekannten Galeristen sein will, organisiert die Künstlerin Harriet Burden drei neue Ausstellungen. Gezeigt werden ihre eigenen Werke, doch Burden selbst tritt nicht in Erscheinung. Drei Männer geben sich als die Künstler hinter den Ausstellungen aus. Burden will so den Sexismus in der New Yorker Kunstwelt anprangern.

Die US-Bestsellerautorin

Siri Hustvedt erzählt die fiktive Geschichte von Harriet Burden in ihrem neuen Roman „Die gleißende Welt“ aus mehreren Perspektiven: Burdens Tagebücher sowie Berichte von Betroffenen und Beobachtern. „Ich habe mich wie ein Schauspieler mit verschiedenen Rollen in demselben Stück gefühlt, oder als hätte ich eine multiple Persönlichkeitsstörung, aber gleichzeitig hat es mir sehr viel Freude bereitet“, erzählt sie.

Bereits in „Was ich liebte“ war Hustvedt Anfang der 2000er Jahre in die New Yorker Kunstwelt eingetaucht. Auch Schreibweise und Erzählhaltung in „Die gleißende Welt“ erinnern stark an „Was ich liebte“ – flüssig und mitreißend, mit starken Formulierungen.

Mit dem Roman hat Hustvedt, die mit ihrem Schriftstellerkollegen Paul Auster verheiratet ist und in Brooklyn lebt, ihren ersten US-Literaturpreis, den der „Los Angeles Times“, gewonnen.

   
   

Siri Hustvedt: „Die gleißende Welt“, übersetzt von Uli Aumüller, Rowohlt, 496 Seiten.