„Onkel Gerhard ist mein Idol“

Sport / 01.05.2015 • 22:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Tiroler Lucas Auer ist nach sechs Jahren der erste DTM-Österreicher nach Mathias Lauda. Foto: Mercedes
Der Tiroler Lucas Auer ist nach sechs Jahren der erste DTM-Österreicher nach Mathias Lauda. Foto: Mercedes

Der Neffe von Gerhard Berger gibt heute sein Debüt im Deutschen Tourenwagen Masters.

Schwarzach. Lucas Auer ist im Moment Österreichs größtes Nachwuchstalent. Der 20-jährige Kufsteiner wurde nach zwei erfolgreichen Jahren in der Formel-3-Europameisterschaft (zwei Mal Gesamtvierter) für heuer von Mercedes-Benz als Werksfahrer für die DTM nominiert. Damit ist der smarte Tiroler, der früher oder später in die Fußstapfen seines berühmten Onkels Gerhard Berger treten will, nach Mathias Lauda (2009) nach sechs Jahren wieder der erste Österreicher in der DTM.

Bisher hat dich deine Mama Claudia, die Schwester deines Onkels Gerhard, zu den Rennen begleitet und dich gemanagt. Jetzt sagt sie, dass du alt genug bist und alles alleine bewältigen kannst. Du machst es jetzt also so wie dein Onkel, der auch stets sein eigener Manager war und sich somit auch viel Geld ersparte?

Auer: Die Leute um mich herum sind alle sehr erfahren und ich habe die Möglichkeit, sie bei Unklarheiten jederzeit zu kontaktieren. Es ist eine gute Lebenserfahrung, meine Sachen selbstständig zu erledigen. Dass ich mir dabei auch noch Geld erspare, ist natürlich ein positiver Nebeneffekt.

Du hast schon früh deinen Vater verloren. Onkel Gerhard hat dir beim Einstieg in den Automobilrennsport wichtige Tipps gegeben, dir bei der Teamsuche in der Formel 3 geholfen. Ist er für dich so etwas wie ein Vater-ersatz?

Auer: Onkel Gerhard spielt eine große Rolle in meinem Leben. Ich höre auf ihn, denn er gibt mir immer gute Tipps. Er ist mein großes Vorbild, nicht nur wegen seiner Vergangenheit in der Formel 1. Besonders wichtig für mich ist aber, dass wir noch viel Zeit miteinander verbringen können und ich noch möglichst viel von ihm lernen kann.

Der Tipp, lieber in der DTM als Mercedes-Benz-Werksfahrer sofort etwas Geld zu verdienen statt in diversen Formel-Serien einzuzahlen, ist wohl auch vom Onkel gekommen?

Auer: Meine Mutter, Gerhard und ich haben uns an einen Tisch gesetzt und darüber gesprochen, was wohl das Beste für meine Zukunft ist. Die Entscheidung fiel aber letztendlich durch Mercedes. Es ist sehr schwer, in der DTM Fuß zu fassen. Über den Rookie-Test und dadurch, dass ich bereits in der Formel 3 von Mercedes unterstützt wurde, konnte ich mir einen Stammsitz sichern.

Die Piloten der DTM können ab dieser Saison nicht mehr durch Erfolge die Superlizenz für die Formel 1 erlangen. Bleibt die Formel 1 dennoch früher oder später dein großer Traum?

Auer: Die Formel 1 war und wird auch immer ein Ziel für mich sein.

Wie war die Umstellung vom F-3-Boliden auf den DTM-Renner und wie bist du bei den Vorsaisontests mit dem Auto mit Dach klargekommen?

Auer: Es ist schon ein großer Schritt von der Formel 3 in die DTM. Trotzdem waren unsere Wintertests sehr erfolgreich. Ich komme super mit meinem neuen Team ART zurecht und ich bekomme sehr viel Unterstützung von Mercedes. Das Schwierigste an der DTM ist wohl das spezielle Anbremsen für eine Kurve und auch an das größere Gewicht muss man sich erst mal gewöhnen.

Du hast bei ART mit Gary Paffett einen Ex-DTM-Champion als Teamkollegen. Wie kommst du mit dem vielen Druck klar?

Auer: Natürlich spürt man einen gewissen Druck. Ich sehe das Ganze aber als tolle Herausforderung. Von Paffett kann ich sehr viel lernen, da er bereits seit 2003 in der DTM fährt.

Dein neues Sportgerät, der Mercedes-AMG C 63 DTM, ist schon mal von der Lackierung her ein Hingucker. Dank des österreichischen Teamsponsors BWT (Trinkwasseraufbereitungsprodukte, Anm.
d. R.) ist das Auto in Rosa-Pink gehalten. Wie gefällt dir die Farbe und was rechnest du dir insgeheim für deine DTM-Debütsaison aus?

Auer: Ich finde die Farbe super. Endlich mal wieder ein Auto, das heraussticht! Ziele: Erstmal will ich alles so schnell wie möglich über die DTM lernen. Dann will ich Schritt für Schritt die Leiter hochklettern.