Tagesprotokoll International

Spezial / 01.05.2015 • 19:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Britische Jagdbomber vor dem Abheben vom Flugzeugträger. Bei der Versenkung des deutschen Schiffs „Cap Arcona“ sterben rund 7000 KZ-Häftlinge.  Foto: IWM
Britische Jagdbomber vor dem Abheben vom Flugzeugträger. Bei der Versenkung des deutschen Schiffs „Cap Arcona“ sterben rund 7000 KZ-Häftlinge. Foto: IWM

Lübeck: In der Neustädter Bucht versenken britische Jagdbomber das Schiff „Cap Arcona“, eines der schönsten Schiffe seiner Zeit und Flaggschiff der Hamburg-Südamerika-Linie. Was die Briten nicht wissen: Das Schiff transportiert neben Besatzung und 380 Mann Wachpersonal rund 7000 KZ-Häftlinge, die die Deutschen vor den heranrückenden britischen Bodentruppen aus dem KZ Neuengamme wegschaffen wollten. Jene KZ-Häftlinge, die den Angriff der Bomber überleben und schwimmen können, werden am nahen Ufer von den Nazis erschossen.

Berlin: Rüstungsminister Albert Speer widerruft alle Zerstörungsanweisungen Hitlers. Er will verhindern, dass noch in letzter Minute verbliebene wertvolle Infrastruktur sinnlos geopfert wird. Der neue Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Generaladmiral von Friedeburg, trifft im britischen Hauptquartier ein und bietet die Kapitulation der im Gebiet zwischen Berlin und Rostock operierenden Wehrmachtsteile an. Die Unterzeichnung erfolgt am nächsten Tag.

Vaduz: Die Russische Nationalarmee, ein mit der deutschen Wehrmacht kollaborierender Verband von primär Weißrussen, flüchtete vor den Alliierten von Feldkirch nach Liechtenstein. Fürst Franz Josef II. und die Regierung ignorierten ein sowjetisches Auslieferungsbegehren und gewährten Asyl, bis die Auswanderung vieler der Kollaborateure nach Argentinien arrangiert wurde. Einige blieben in Liechtenstein, einige kehrten nach Russland zurück – deren Schicksal ist ungewiss.

Pazifik: Britische Streitkräfte besetzen die birmanische Hauptstadt Rangun. Einheiten der US-amerikanischen Marineinfanterie landen auf der philippinischen Insel Mindanao.