Enge Grenzen geöffnet

Markt / 03.05.2015 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Passivhaus-Standard: Das Pfarrhaus in Krumbach. Foto: Energieinstitut
Passivhaus-Standard: Das Pfarrhaus in Krumbach. Foto: Energieinstitut

Passivhaus-Standard wird erweitert. Niedrigenergiehäuser werden nun anerkannt.

Dornbirn. (VN-gms) Der neue Passivhaus-Standard des Passivhaus Instituts Darmstadt wird offener, freut man sich beim Vorarlberger Energieinstitut. Damit hätten Bauleute mehr Möglichkeiten, individuelle Anforderungen mit den bislang eng gesetzten Grenzen in Einklang zu bringen. Die bisher recht engen Grenzen, die das Passivhaus auch immer wieder in Kritik gebracht haben, wurden geöffnet und zwar „in Richtung Niedrigenergiehaus“, so Passivhaus-Experte Michael Braun vom Energieinstitut Vorarlberg, aber auch in Richtung Plus-Energiehaus. Denn in den neuen Passivhaus-Standards Plus und Premium wird neben der effizienten Gebäudehülle auch die Produktion von Energie am Gebäude berücksichtigt.

Die Öffnung Richtung Niedrigenergiehaus macht es möglich, dass in Zukunft auch jene Bauleute von den Vorteilen eines Passivhauses profitieren, die den letzten Schritt zur Umsetzung bislang nicht gewagt und auf den Niedrigenergiehaus-Standard gesetzt haben. Zu diesen Vorteilen gehört vor allem das Berechnungsverfahren, welches angewendet werden muss, um Passivhaus-Standard erreichen zu können. Denn dieses ermöglicht es bereits vor dem Bau viel genauer festzustellen, wie hoch der Energieverbrauch sein wird und das auch für unterschiedliche Konstellationen (je nach Personen und Raum-temperatur).

Anpassung positiv

Bei Rhomberg Bau begrüßt man, dass die Standards überarbeitet worden sind und eine Anpassung der bislang engen Passivhaus-Definition vorgenommen wurde, wie Geschäftsführer Martin Summer auf VN-Anfrage mitteilt. Im Eigentumswohnbau sei generell leistbares Wohnen das wichtigste Anliegen, während bei Großprojekten Zertifizierungen in Richtung Blue Buildings (gesamtheitlich nachhaltige Gebäude) zunehmend von Investoren angefragt würden. Das wirtschaftliche Optimum zu erreichen, sei stark vom Nutzer abhängig. Aufgrund der höheren Investitionskosten eines Passivhauses sei oft das Niedrigenergiehaus optimaler.

Im Energieinstitut ist man überzeugt, dass künftig Gebäude, die unter dem
Zertifikat Passivhaus ge­baut werden, nicht nur
unter Nachhaltigkeits-Aspekten, sondern auch in der
wirtschaftlichen Beurteilung als optimal bezeichnet werden können.