Kinderpsychiatrie braucht eine Übergangslösung

Vorarlberg / 03.05.2015 • 20:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Herz-Jesu-Heim in Rankweil ziehen bald Kinder ein. Archiv
Im Herz-Jesu-Heim in Rankweil ziehen bald Kinder ein. Archiv

Stiftung Carina kündigte Managementvertrag mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft.

feldkirch. (VN-mm) Im Dezember 2013 hatten die Beteiligten voller Stolz das neue Kinder- und Jugendpsychiatriekonzept präsentiert, das die Zusammenführung aller diesbezüglichen Angebote inkludierte, einschließlich jener des Heilpädagogischen Zentrums Carina. Nur eineinhalb Jahre später ist die Übereinkunft schon wieder Geschichte.

Künftige Aufgaben klären

Die Stiftung Carina hat den mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) abgeschlossenen Managementvertrag gekündigt. Das bestätigte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard auf Anfrage der VN. Von den Stiftungsverantwortlichen sei dies damit begründet worden, dass der Vertrag in seiner jetzigen Form nicht mit dem Selbstverständnis, das die Stiftung von Heilpädagogik habe, zusammenpasse, sagte Bernhard. Da die Carina keine Patienten mehr aufnimmt, wird im Herz-Jesu-Heim in Rankweil als Übergangslösung und nach entsprechender Adaptierung eine Bettenstation eingerichtet. In den nächsten Tagen sind zudem Gespräche zwischen dem Land, Vertretern des Landeskrankenhauses Rankweil sowie der Carina zur weiteren Vorgehensweise anberaumt. Dabei soll laut Christian Bernhard auch geklärt werden, welche Aufgaben die Carina künftig im Verbund des Kinder- und Jugendpsychiatriekonzepts haben soll. „Eventuell könnte sie die Nachsorge übernehmen“, denkt Bernhard laut über Alternativen nach.

Sorge um das Haupthaus

Am 1. April hat die KHBG die ärztliche Leitung und die Betriebsführung des HPZ Carina, das bekanntlich den Status einer Sonderkrankenanstalt führt, übernommen. Nach dem Ausbau des Landeskrankenhauses Rankweil soll die Kinder- und Jugendpsychiatrie allerdings dort konzentriert werden. Das schürte innerhalb der Stiftung Carina die Sorge um den Bestand des Haupthauses in Feldkirch. Diese Bedenken hätten jedoch ausgeräumt werden können, hieß es damals. Umso mehr bedauert Christian Bernhard den jetzt getätigten Schritt. Im Landeskrankenhaus Rankweil werden jährlich 150 junge und jugendliche Patienten stationär behandelt, in der Sonderkrankenanstalt Carina sind es etwa 80.