108 Tage bis zum neuen Job

Markt / 04.05.2015 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Arbeitslosigkeit in Vorarlberg steigt weiter an. 13.657 Menschen sind ohne Job.

Bregenz. (VN-reh) Bei der allmonatlichen Arbeitslosenstatistik gibt es in den letzten Monaten keine Überraschungen. Jeden Monat ist erneut ein Anstieg zu verzeichnen. Eine Trendwende ist zurzeit nicht in Sicht, denn dafür ist das Wirtschaftswachstum nach wie vor viel zu gering.

Schaut man sich die aktuellen Zahlen von Ende April an, sieht man in eigentlich allen relevanten Bereichen ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Bei Männern wie Frauen sowie in allen Altersgruppen. Wobei es speziell bei den Männern und bei den über 50-Jährigen besonders hoch ausfällt. Das einzige Minus gab es bei der Anzahl der Schulungsteilnehmer. Rechnet man die arbeitslos vorgemerkten Personen und die Schulungsteilnehmer zusammen, bleiben am Ende 13.657 Menschen, die in Vorarlberg ohne Job sind. Es sei eine Entwicklung innerhalb der „Prognosebandbreite“, sagt das AMS. Ja, denn es ist bekannt, dass die Arbeitslosigkeit erst bei einen Wirtschaftswachstum von zwei Prozent nicht weiter steigen und ab 2,2 Prozent sinken würde.

Metallberufe stark betroffen

Bei den Berufen gab es einen überdurchschnittlich starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Metall- und Elektroberufen, bei den Hilfsberufen, im Verkehr sowie am Bau. Aber auch in den Büroberufen, im Handel und im Tourismus hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr beachtlich zugelegt. Sofort verfügbare Stellenangebote gibt es beim AMS im Gegenzug aktuell 1829 an der Zahl.

Ein Zuwachs ist auch bei der Vormerkdauer – also der Dauer der Arbeitslosigkeit – zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr ist sie um 19 auf jetzt 108 Kalendertage gestiegen. Heißt, wer einmal arbeitslos ist, bleibt es im Durchschnitt auch für über drei Monate. Um einem weit verbreiteten Vorurteil zu widersprechen: Es sind dabei nicht immer dieselben Menschen, die arbeitslos sind und bleiben. Allein im April verzeichnete das AMS Vorarlberg insgesamt 4657 Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit. Im Gegenzug konnten 3575 Personen wieder aus der Arbeits­losenvormerkung genommen werden.

Rekordzahlen in Österreich

In Österreich zeigt sich übrigens kein anderes Bild. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter gestiegen und verharrt damit auf Rekordniveau: Ende April waren 419.875 Personen ohne Job, um 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Sozialminister Rudolf Hundstorfer hofft nun auf Nachbar Deutschland. „Sollte der Konjunkturaufschwung bei unserem Haupthandelspartner Deutschland anhalten, so werden das auch die österreichische Betriebe über kurz oder lang spüren.“ Denn die steuerliche Entlastung der Einkommen, die Wohnbauinitiative und der Ausbau der Beschäftigungsinitiative für über 50-Jährige würden wohl erst nächstes Jahr stärker auf die Beschäftigung wirken. Und sowieso müsse endlich der Bonus-Malus für Ältere kommen, setzt er auf sein „Allheilmittel“.