Auf geht’s! Der Start ins Abenteuer Reifeprüfung

Vorarlberg / 04.05.2015 • 21:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Volle Konzentration für eine gelungene Deutsch-Klausurarbeit. Die 5B beim Maturaauftakt.  Fotos: Stiplovsek
Volle Konzentration für eine gelungene Deutsch-Klausurarbeit. Die 5B beim Maturaauftakt.  Fotos: Stiplovsek

Das Warten hat ein Ende. Alle 22 Schüler der 5B schafften Zulassung zu Reifeprüfung.

Bludenz. Ein Tag wie jeder andere im Schulzentrum Bludenz in der Schillerstraße. Aber nur auf den ersten Blick. Gewiss, die Glocke läutete zu den gewohnten Zeiten, der Schulkiosk bot dieselben Leckereien an wie immer, das Gewusel und Gemauschel, das Kichern und Lärmen in den Gängen und auf den Stiegen suggerierten „business as usual“ an der Bildungsanstalt. Doch es war kein Tag wie jeder andere im riesigen Schulgebäude.

Es war Maturatag, der allererste im allmählich zu Ende gehenden Schuljahr. Auch für unsere 5B der Tourismusschule, welche die VN seit Anbeginn des Schuljahrs begleiten, hat die Stunde der Wahrheit geschlagen. Alle sind so mucksmäuschenstill wie sie wohl selten in einer gewöhnlichen Schulstunde waren. Im E-16-Vortragssaal, der mit seinen stufenförmig angelegten Bänken wie der Hörsaal einer Universität gebaut ist, haben sich die 22 Kandidaten breitgemacht. Vor und neben den gut aufgeteilten Schülern befinden sich Taschen, Trinkflaschen, Wörterbücher, Schokolade­tafeln, Jausenbrote und Papiertaschentücher. Es ist alles angerichtet für eine lange Sitzung. Von 7.55 Uhr bis um 12 Uhr haben sie Zeit, die von Deutschlehrer Christoph Dünser zusammengestellten Themen zu bearbeiten.

Freundlich und entspannt

„Deutsch“, sagt Klassenvorstand Günther Frühwirth (45), „ist ein Fach, das bei meinen Schützlingen keine Unruhe auslöst. Deswegen ist das mit dem Fotografieren während der Klausur auch kein Problem.“ Natürlich bemühen wir uns, mucksmäuschenstill zu sein. Nur die Kamera klickt gelegentlich. Die vereinzelten Blicke, die dem VN-Team entgegengebracht werden, sind freundlich und entspannt. Wir antworten mit Daumendrücken und ernten ein Lächeln. Die Schülerinnen und Schüler sind zum Großteil leger gekleidet.

Dass Matura ist, lässt sich lediglich aus der speziellen Sitzordnung und den ungewöhnlich vielen Unterlagen an den jeweiligen Arbeitsplätzen ablesen. Der E-16-Saal im Parterre des großen Schulgebäudes strahlt zudem eine gewisse Würde aus, genau der richtige Ort für die Durchführung der schriftlichen Klausur.

Alle treten an

Draußen vor der Tür berichtet uns der Klassenvorstand über die letzten Wochen vor dem großen Ereignis. „Es herrschte schon eine große Anspannung. Erst eine Woche vor dem Start der Matura stand fest, dass alle 22 Schüler der Klasse würden antreten können. Beim Notenschluss fiel eine große Last von ihnen ab. Eine Woche bis eben zum Beginn gab es für sie keinen Notendruck. So konnte sich langsam eine Spannung aufbauen, die rein durch die Matura begründet war“, schildert Frühwirth die Achterbahn der Gefühle seiner Schützlinge.

Angst unbegründet

Es öffnet sich die Tür, und Debbie huscht schnell Richtung WC. Als sie zurückkommt, grinst sie. „Ich hab’ das Thema mit den Digitalen Medien genommen. Jetzt muss ich meine Arbeit nur noch in Reinschrift bringen.“ Kurz darauf kommt Rachael. „Ich hatte so Angst, dass mir nichts einfällt. Gott sei Dank war dem nicht so“, erzählt die lebenslustige Gaschurnerin, in Deutsch eine Vorzugsschülerin.

Am nächsten Tag ist Rechnungswesen dran. „Davor fürchten sie sich ein wenig“, erzählt Frühwirth. Ganz zum Schluss kommt Englisch bzw. Französisch.

Pssst! Klassenvorstand Günther Frühwirth vor der Tür.
Pssst! Klassenvorstand Günther Frühwirth vor der Tür.