Hajime für die nächste Phase

Sport / 04.05.2015 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landesverbandspräsident Emanuel Schinnerl, Kaderathletin Desiree Klinger und der neue Judo-Landestrainer Holger Scheele (v. l.). privat
Landesverbandspräsident Emanuel Schinnerl, Kaderathletin Desiree Klinger und der neue Judo-Landestrainer Holger Scheele (v. l.). privat

Vorarlberger Judoverband verpflichtet mit Holger Scheele neuen Landestrainer.

Dornbirn. (VN-jd) Das Wort Judo heißt übersetzt sanfter Weg, ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip das „Siegen durch Nachgeben“, durch eine maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand zu erreichen ist. In Blickrichtung Weiterentwicklung ist im Vorarlbergs Fachverband aber nicht viel von einem sanften Weg zu spüren. Präsident Emanuel Schinnerl und sein Team sind mit Hochdruck bei der Sache und legen eine Schlagzahl vor, in deren Sog mit etwas Glück im kommenden Jahr, spätestens aber bei den Sommerspielen 2020 in Tokio, zumindest zwei Vorarlberger Judokas zu olympischen Ehren gelangen sollen. Der seit Oktober 2012 an der Verbandspitze stehende Schinnerl gibt sich dabei keinen Illusionen hin: „Natürlich ist unser Ziel nicht einfach zu realisieren. Doch wir haben in Vorarlberg das Potenzial. Wir als Verband sorgen für die notwendigen Rahmenbedingungen. In den letzten Jahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Sportservice Vorarlberg intensiv an der Verbesserung der Strukturen und Prozesse im Landesverband gearbeitet. Die gesteigerte Leistungsentwicklung durch die sportwissenschaftliche Begleitung und Steuerung und die notwendige medizinische Betreuung sowie verschiedene weitere Faktoren spiegeln sich bereits in den Erfolgen unserer Aushängeschilder Laurin Böhler und Desiree Klinger. Wir haben den ersten Abschnitt seit der Eröffnung des Bundesleistungszentrums Hohenems 2007 abgeschlossen und verkünden nun den Hajime (Kampfbeginn) für die nächste Stufe in der Evaluierung“, betont Schinnerl, Träger des 6. Dan (Meistergrad) zuversichtlich.

Ein Mann mit viel Erfahrung

Die Position des seit 2008 als Landestrainer fungierenden Patrick Rusch, der seit Anfang April österreichischer Nationaltrainer der Männer und Unter-21-Jährigen ist, nimmt ab sofort der 53-jährige Deutsche Holger Scheele ein. Der an der Trainerakademie Köln ausgebildete staatlich geprüfte Diplomtrainer und Träger des 6. Dan war zuletzt 20 Jahre als Landestrainer und Ausbilder im Niedersächsischen Judoverband (NJV) bzw. beim Garbsener SC tätig. Neben seinem Engagement für den NJV kann der Hannoveraner auf eine langjährige und erfolgreiche Arbeit im Lehr- und Schulsportreferat des zweitgrößten Bundeslandes in Deutschland und im Deutschen Fachverband verweisen.

Scheele ist ein Kenner der weltweiten Judoszene und soll neben der Spitze auch im Bereich des Nachwuchsleistungssports im Ländle weitere Impulse setzen. „Mit 53 Jahren stellt man sich die Frage, ob man so weitermachen will, oder eine neue Herausforderung sucht. Nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen hier in Vorarlberg habe ich mich für die zweite Möglichkeit entschieden. Es gibt gute Strukturen und klar definierte Ziele. Eine Garantie, dass wir die gesteckten Ziele erreichen, gibt es nicht. Der Weg wird ganz sicher kein sanfter sein. Darüber bin ich mir im Klaren. Doch wer im Sport nichts wagt, hat schon zu Beginn verloren“, betont der neue Landestrainer kämpferisch.

Der Weg wird ganz sicher kein sanfter sein. Darüber bin ich mir im Klaren.

Holger Scheele