Ideologisches Feindbild
Landwirtschaft

Leserbriefe / 04.05.2015 • 20:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Da ich seit rund 30 Jahren die Vorarlberger Landwirtschaft und ihr Umfeld, beruflich bedingt, kenne, sei mir eine Replik auf die zunehmend ideologisch geführte öffentliche Diskussion erlaubt. Im verhältnismäßig dicht besiedelten Gebirgsland kann uns die eigene Landwirtschaft nur mit Milch und Milchprodukten voll versorgen. Wäre Vorarlberg nur ein paar Wochen vom Lebensmittelimport, speziell bei Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Pflanzenöl, Gemüse und Obst abgeschnitten, es gäbe Hungerrevolten inklusive Mord und Totschlag. Wir brauchen daher im Lande schon im eigenen Interesse eine landwirtschaftliche Basisproduktion. Eine solche ist außerhalb von Krisenzeiten, d.h. unter Marktbedingungen, ohne Importe von Nährstoffen und Futtermittel aber nicht möglich. Denn Milch von „4000-l-Kühen“, die sich noch ohne Kraftfutter mit saftigen Wiesenkräutern und Heu begnügen könnten, müsste kostendeckend um die 2 Euro/Liter kosten. Nur eine Minderheit könnte oder wollte das bezahlen. Im europäischen Maßstab ist die Vorarlberger Landwirtschaft durchaus naturverträglich. Den wertvollen Dünger Gülle planlos einfach in die Landschaft zu schütten, machen nur einige Dummköpfe, sonst wäre unser Grundwasser schon längst mit Nitrat verseucht. Ist es aber nicht, wir wohnen im Gegenteil in weiten Landesteilen auf Trink-Grundwasserseen. Ob daher Bio oder naturverträglich konventionell produziert, ist eher eine Gefühlsache. Esst in Vorarlberg gewachsene Lebensmittel, auf dass es sie noch lange gibt.

Dr. Klaus König,

Hofsteigstrasse 8, Lauterach