Liebermann tritt zurück

Politik / 04.05.2015 • 22:22 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Ultranationalistischer Politiker will keine Koalition mit israelischem Premier Netanjahu.

Jerusalem. Der ultranationalistische Außenminister Avigdor Lieberman legte am Montag in Israel seinen Posten nieder, den er noch bis zur Angelobung der neuen Regierung innehaben sollte. Der überraschende Schritt des Israel-Beiteinu-Chefs bedeutet, dass Premier Benjamin Netanjahu zunächst voraussichtlich nur eine Koalition mit einer hauchdünnen Mehrheit im Parlament bilden kann. Lieberman galt in der Vergangenheit als Verbündeter Netanjahus, hat ihn allerdings wegen seines angeblich zu zögerlichen Vorgehens im Gaza-Krieg des Vorjahres scharf kritisiert.

Eine Frist zur Regierungsbildung läuft am Mittwoch um Mitternacht ab. Bisher hat Netanjahus Likud mit zwei Parteien Koalitionsvereinbarungen unterzeichnet. Dennoch begründete Liebermann den Abschied aus der Regierung unter anderem damit, dass Netanyahu eine Große Koalition mit dem Mitte-Links-Bündnis anstrebe. Der Vorsitzende des Zionistischen Lagers, Yitzhak Herzog, lehnt dies allerdings bisher strikt ab.