SARUV durfte nicht nach Nepal

Vorarlberg / 04.05.2015 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Foto aus dem Jahr 2003: Die SARUV hilft beim Erdbeben in Algerien. Nach Nepal durfte sie heuer jedoch nicht. Foto: Archiv
Ein Foto aus dem Jahr 2003: Die SARUV hilft beim Erdbeben in Algerien. Nach Nepal durfte sie heuer jedoch nicht. Foto: Archiv

Innenministerium lässt Vorarlberger Helfer trotz Einsatzbereitschaft daheim.

Rankweil. (VN-pes) Es ist eine Geschichte, die angesichts der Erdbebenkatastrophe in Nepal für Verwunderung sorgt. Die SARUV, eine Such- und Rettungseinheit des Landesfeuerwehrverbands Vorarlberg, war bereit, mit 30 Mann in das Katastrophengebiet zu fliegen und bei der Suche nach Verschütteten zu helfen. Doch die Gruppe untersteht dem Bundesministerium für Inneres und braucht dessen Okay. Das Ministerium sagte den Vorarlbergern aber ab. Bei der SARUV-Führung macht sich Frustration breit.

Die SARUV ist in ihrer Form in allen Bundesländern einzigartig. Hervorgegangen aus der Feuerwehr – überwiegend aus Rankweil – Rotem Kreuz und Bergrettung, ist sie ausgerüstet und ausgebildet, um etwa mit Suchhunden verschüttete Opfer zu bergen. Sie untersteht dem Katastrophenschutz, kann aber auch im Ausland eingesetzt werden. Das Bundesministerium selbst bildet die Kräfte aus.

„Ausbildungsmäßig steht das BMI voll hinter uns“, sagt SARUV-Leiter Christian Schobel. Aber ein Einsatz-Okay aus Wien kam zuletzt 2004. „Wenn man immer nur übt, aber nie zum Einsatz kommt, dann sorgt das für Frust bei den Freiwilligen“, sagt Schobel. Die Einheit kann sieben Tage autark arbeiten, sich also selbst verpflegen. Neben dem Flug müsste das Ministerium einige Neubeschaffungen bezahlen. „Es ist üblich, dass man nach Ende eines Einsatzes Dinge wie Zelte den Opfern überlässt“, erklärt Schobel.

Anfrage an Mikl-Leitner

Die Verwunderung über das Daheimbleiben des Teams wurde indes zum Politikum. Nationalratsabgeordneter Harald Walser hat jetzt eine Anfrage an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gestellt, um die genauen Gründe des Vorgehens zu erfahren. Gegenüber den VN verriet Ministeriumsmitarbeiter Alexander Marakovits, die Lagebeurteilung habe gegen den Einsatz des Teams gesprochen. Nachdem alle Informationen aus dem Katastrophengebiet auf dem Tisch lagen, befürchtete man offenbar, die SARUV könnte nicht oder nicht rechtzeitig im Erdbebengebiet ankommen, um zu helfen. „Wir wissen von vielen Einsatzteams, die umkehren mussten.“ Außerdem müsse auch die Sicherheit der österreichischen Helfer gewährleistet sein. „Wir tragen auch eine Verantwortung“, so Marakovits.

„Nicht nachvollziehbar“

Ähnlich lesen sich auch die Absage-Gründe, die den SARUV-Helfern vom Innenministerium genannt wurden, „diese Gründe sind für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Christian Schobel, der Widrigkeiten vor Ort sei man sich bewusst gewesen.

Immerhin: SARUV-Helfer Thomas Nesensohn ist als Statik-Experte vor Ort, wenn auch nicht direkt vom Ministerium entsandt.