Zwist um Carina weitet sich aus

Vorarlberg / 04.05.2015 • 20:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Stiftungsvorstand Wolfgang Menz wirft der KHBG schlechtes Wirtschaften vor.

feldkirch. (VN-mm) Die von der Stiftung Carina vollzogene Kündigung des Managementvertrags mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) lässt weiter die Wogen hochgehen. Wie die VN bereits am Montag berichteten, stieg die Carina nach nur eineinhalb Jahren aus dem erst im Dezember 2013 präsentierten Kinder- und Jugendpsychiatriekonzept wieder aus. Zum einen, weil das Konzept nicht den Überlegungen eines „Heilpädagogischen Zentrums“ entsprach, zum anderen, weil „die KHBG die Stiftung in ihrem ersten Betriebsjahr finanziell praktisch zugrunde gerichtet hat“, wie es der neue Stiftungsvorstand Wolfgang Menz im VN-Gespräch enttäuscht formulierte. Bei der Wiederübernahme der Geschäftsführung vor wenigen Tagen stellte sich seinen Angaben zufolge heraus, dass der Jahresabschluss 2014 ein Minus von rund 300.000 Euro ausweist. „Das konnten wir nicht ohne Reaktion verantworten.“

Rückgriff auf Rücklagen

Wolfgang Menz betont, die Carina habe 30 Jahre lang ausgeglichen budgetiert. Der nunmehrige Fehlbetrag sei vor allem auf höhere Kosten im ärztlichen und Pflegebereich zurückzuführen. Die KHBG hatte die Carina im April 2014 übernommen. Das Land wiederum habe die Tarife nie angepasst. Das will Gesundheitslandesrat Christian Bernhard nicht so stehen lassen. „Es wurde mit der Stiftung vertraglich vereinbart, dass die vorhandenen Rücklagen, bei denen es sich auch um Gelder aus dem Sozialfonds handelt, zur Betriebsführung verwendet werden“, stellt Bernhard klar. Und als Krankenanstalt werde eine Einrichtung nun einmal teuer.

Der Direktor der KHBG, Gerald Fleisch, hält den Vorwürfen von Wolfgang Menz entgegen: „Die KHBG hat den Betrieb professionalisiert.“ So gehe es nicht an, dass eine Krankenanstalt über den Sommer schließe. Dennoch hofft er auf eine Lösung und einen guten Übergang. Schon ab Herbst soll bekanntlich die Station für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Herz-Jesu-Heim in Rankweil bereitstehen. Die Stiftung Carina möchte ihre ursprüngliche Tätigkeit als „Heilpädagogisches Zentrum“ fortführen. In mehreren Bundesländern könnten heilpädagogische Einrichtungen neben kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken gut bestehen. Für einen Weiterbetrieb brauche es aber Finanzhilfe.