Tauziehen um die Carina geht weiter

Vorarlberg / 05.05.2015 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Stiftung will den Status des Hauses als Sonderkrankenhaus zurücklegen.

bregenz. (VN-mm) Es waren eineinhalb emotionale Stunden, die Gesundheitslandesrat Christian Bernhard und der Vorsitzende der Stiftung Carina, Wolfgang Menz, gestern miteinander verbrachten. Rechtliches, Inhaltliches, Fachliches und Historisches wurde besprochen, konkrete Ergebnisse über den Weiterbestand des Heilpädagogischen Zentrums nach Auflösung des Vertrags mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (die VN berichteten) blieben jedoch aus. „Wir werden einen vernünftigen Weg suchen, aber dafür brauche ich ein inhaltliches Konzept, weil es auch um die Finanzierung aus dem Sozialfonds geht“, sagte Bernhard nach dem Gespräch.

Juristen prüfen

Wolfgang Menz wiederum erklärte: „Wenn es keinen Ersatz für den finanziellen Verlust gibt und die Tagessätze nicht erhöht werden, wird die Situation der Carina kritisch.“ Sicher ist laut Menz, dass die Stiftung den Status als Sonderkrankenanstalt zurücklegt. Am Freitag wird die zur Zukunft der Carina eingesetzte Arbeitsgruppe tagen. An der Sitzung nimmt auch Wolfgang Menz teil. Nachwehen anderer Art zeitigt der von ihm erhobene Vorwurf, wonach die KHBG die Einrichtung finanziell zugrunde gerichtet habe. Wie Christian Bernhard erklärte, soll das jetzt von Juristen geprüft werden. Denn: „Die Aussage würde ja bedeuten, dass mit dem Geld nicht sorgfältig umgegangen wurde.“

Misstrauen und Ärger

Bernhard ortete zudem ein „tief verwurzeltes Misstrauen“, wonach er die Carina weg haben wolle. Nachvollziehbar ist für ihn diese Einstellung nicht. „Wir wollten den Standort so erhalten, wie es im Kinder- und Jugendpsychiatriekonzept vorgesehen war“, betont er. Wolfgang Menz grämte sich ob der Aussage eines Mitarbeiters von Bernhard, wonach das für die Carina gedachte Geld jetzt eben nach Rankweil fließe und die Carina nun neu um eine Finanzierung ansuchen müsse. „So geht man mit jemandem, der 30 Jahre ein verlässlicher Partner war, nicht um“, merkte er sichtlich verärgert an. Trotz der momentanen Finanzprobleme hat die Stiftung als Hauptziel, den Standort Carina in seiner vorherigen Form als Zentrum für Heilpädagogik zu erhalten. „Er soll Kindern weiter zur Verfügung stehen“, wünscht sich Menz.

Das Land steht vor der Aufgabe, die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die ab Herbst im Herz-Jesu-Heim in Rankweil untergebracht wird, sowie die Heilpädagogik finanziell unter einen Hut zu bringen. Die von Christian Bernhard schon im ersten VN-Bericht ins Spiel gebrachte Nachsorgefunktion für die Carina ist nach wie vor ein Thema. Auch für Wolfgang Menz. „Die Kinder sind vier Wochen stationär, dann muss es anders weitergehen“, sagt er.

Wir wollten die Carina erhalten, wie es in unserem gemeinsamen Konzept vorgesehen war.

Christian Bernhard