US-Forscher entdecken bisher fernste Galaxie

Welt / 05.05.2015 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

New Haven. US-Forscher haben die fernste Galaxie aufgespürt: Die Sterneninsel leuchtet aus mehr als 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung zu uns, teilte das Keck-Observatorium auf Hawaii am Dienstag mit. Wegen der großen Distanz sehen die Forscher die Galaxie zu einer Zeit, als das Universum erst etwa fünf Prozent seines heutigen Alters hatte. Das Team um Pascal Oesch von der Yale-Universität stellt seine Entdeckung im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“ vor.

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, es entspricht etwa 9,5 Billionen Kilometern. Das Universum ist nach aktuellen Messungen 13,8 Milliarden Jahre alt. Weiter als 13,8 Milliarden Lichtjahre kann daher kein Teleskop ins All spähen. Die ferne Galaxie mit der Katalognummer EGS-zs8-1 ist kurz nach dem Urknall zu sehen. „Während wir die Galaxie so sehen, wie sie vor 13 Milliarden Jahren war, hatte sie bereits mehr als 15 Prozent der Masse unserer eigenen Milchstraße aufgebaut“, erläuterte Oesch in einer Mitteilung des Keck-Observatoriums. „Sie hatte nur 670 Millionen Jahre Zeit dafür. Das Universum war noch sehr jung damals.“ Die Untersuchung zeigt, dass die ferne Galaxie 80 Mal schneller neue Sterne bildet als unsere Milchstraße heute. Nur eine Handvoll Galaxien wurden bisher in ähnlich großen Entfernungen entdeckt.