Wieder Dutzende Tote bei Flüchtlingstragödie

Politik / 05.05.2015 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

catania. (VN) Auch der Großeinsatz der italienischen Küstenwache mit zuletzt fast 7000 geretteten Flüchtlingen schließt neue Tragödien im Mittelmeer nicht aus. Die Hilfsorganisation Save the Children berichtete am Dienstag unter Berufung auf Angaben in Catania ankommender Geretteter, am Wochenende seien erneut Dutzende Menschen ertrunken.

Schlauchboot verlor Luft

Die Katastrophe habe sich am Sonntag abgespielt, als sich ein Handelsschiff einem überfüllten Schlauchboot näherte, sagte Sprecherin Giovanna di Benedetto in der sizilianischen Hafenstadt. Überlebenden zufolge verlor das Schlauchboot Luft. Deshalb seien viele Insassen, die nicht schwimmen konnten, ins Wasser gefallen. In Catania hätten die am Dienstag ankommenden Überlebenden gesagt, Dutzende ihrer Gefährten seien ertrunken.

Am Wochenende hatten Menschenschmuggler in Libyen die ruhige See ausgenutzt, um Tausende über das Mittelmeer Richtung Italien zu schicken. Die italienische Küstenwache musste die Migranten aus meist überfüllten und nicht seetüchtigen Schlauch- und Fischerbooten retten. Im April waren beim Untergang von zwei Flüchtlingsbooten bis zu 1200 Menschen umgekommen. In einem Fall hatten die Schmuggler Passagiere im Laderaum eingesperrt und ihnen im Fall von Seenot keine Chance gelassen. Das Schiff kenterte, wenigstens 800 Menschen kamen um.

In der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo trafen am Dienstag 369 meist aus Eritrea stammende Flüchtlinge ein. In Salerno kamen weitere 652 Migranten an.