„Zuerst einig werden, worüber wir reden“

Vorarlberg / 05.05.2015 • 21:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kontroverse Meinung zu SPÖ-Forderung nach Sterbehilfediskurs.

bregenz. (VN-mm) Die Forderung von SPÖ-Gesundheitssprecherin Gaby Sprickler-Falschlunger nach einer breiten Debatte zur Sterbehilfe hat bei den anderen Parteien nicht nur Zustimmung geerntet. So kam von FPÖ-Klubobmann Dieter Egger ein „klares Nein zur Sterbehilfe“. Die FPÖ stehe für den Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende, ließ er in einer Aussendung wissen. Statt Sterbehilfe sei ein möglichst flächendeckender Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung nötig. Ebenso werde das Bestreben, die Hürden für die Errichtung von Patientenverfügungen zu minimieren, unterstützt, erklärt Egger.

Diffuse Meinungen

Auch Palliativmediziner und Russ-Preis-Träger Prof. Gebhard Mathis hält veröffentlichte und öffentliche Meinung momentan für so diffus, dass eine gründliche entemotionalisierte Diskussion derzeit kaum möglich ist, weil Tötung auf Verlangen und Suizid-Assistenz völlig vermischt würden. Mathis: „Zuerst sollten wir uns wirklich einigen, worüber wir reden.“

ÖVP-Sozialsprecherin Gaby Nußbaumer und Klubobmann Roland Frühstück wollen sich der von der SPÖ geforderten breiten Debatte zum Thema Sterbehilfe nicht entziehen. „Ich kann mir auch vorstellen, die Enquete der SPÖ in den Herbst 2015 vorzuverlegen“, sagt er.

Die Initiative, die von der ÖVP heute im Sozialpolitischen Ausschuss eingebracht wird, fordert vor allem die Optimierung der Hospiz- und Palliativarbeit. Diesbezüglich sei es aber auch an der Zeit, dass sich der Bund bei der Finanzierung dieser wertvollen Arbeit mitbeteilige, sieht Roland Frühstück konkreten Handlungsbedarf mit Blick auf den kommenden Finanzausgleich.