Contador ist der große Giro-Favorit

Sport / 06.05.2015 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Der Spanier will mit dem Sieg in Italien den ersten Schritt zum Double tun.

ROma. Alberto Contador nimmt am Samstag als einziger der großen Rad-Rundfahrtstars den Giro d’Italia in Angriff. Als schärfster Rivale des erfolgsgewohnten Spaniers gilt der Australier Richie Porte aus der Sky-Mannschaft mit Bernhard Eisel. Auch der Vorjahreszweite Rigoberto Uran und der italienische Hoffnungsträger Fabiu Aru wollen bei der 98. Auflage über rund 3500 Kilometer um den Sieg mitmischen.

Noch nicht in Tour-Form

Contador geht auf seinen zweiten Giro-Triumph nach 2008 los, jener 2011 wurde ihm wegen Dopings nachträglich aberkannt. Im Juli will der 32-Jährige aber auch noch die Tour de France gewinnen. Dieses Double innerhalb eines Jahres hat zuletzt 1998 Marco Pantani geschafft. Während sich Contador beides zutraut, lassen Vorjahressieger Nairo Quintana, dessen Vorgänger Vincenzo Nibali und Chris Froome den Giro aus und konzentrieren sich auf die Frankreich-Rundfahrt.

Vor dem Giro-Auftakt mit einem Teamzeitfahren in San Remo gibt Contador an, in „optimaler“ Form, aber in Hinblick auf die Tour noch nicht in Galaverfassung zu sein. „Ich komme in ziemlich guter Form und darüber bin ich froh. Ich bin nicht am gleichen Level wie bei der Tour im Vorjahr (Anm.: Er schied in Frankreich verletzt aus), aber nur geringfügig darunter“, sagte Contador.

Mit Ex-Giro-Sieger Ivan Basso und Roman Kreuziger hat er in der Tinkoff-Mannschaft prominente Helfer zur Seite. Außerdem spricht der eigene Erfahrungsschatz bei großen Rundfahrten für Contador. Von seinen Sturzverletzungen der Katalonien-Rundfahrt Ende März hat er sich mittlerweile erholt. Den letzten Schliff für den Giro holte sich der Spanier mit einem dreiwöchigen Höhentrainingslager auf Teneriffa.

„Es wird sehr schwer, dieses Rennen zu gewinnen, und ich werde das Maximum aus mir herausholen müssen“, stellte Contador vor seiner ersten Italien-Rundfahrt seit vier Jahren klar. Als härteste Widersacher erwartet er den heuer schon mehrfach brillierenden Porte und den zweimaligen Giro-Zweiten (2013 u. 2014) Uran aus dem Etixx-Team. „Porte wird ein schwierig zu schlagender Gegner sein, wie Uran, der bereits weiß, wie es ist, knapp am Giro-Sieg dran zu sein.“

Eisel als wichtiger Helfer

Porte strotzt nach Siegen bei Paris-Nizza, der Katalonien-Rundfahrt und dem Giro del Trentino vor Selbstvertrauen. „Der Giro ist in dieser Saison mein Hauptziel. Ich habe hart gearbeitet und ich gehe stark, gesund und bereit für die Herausforderung ins Rennen“, betonte der 30-Jährige, der ebenfalls mehrere hochklassige Helfer zur Verfügung hat.

Einer davon ist Eisel, der das Sky-Team unbeschadet durch die 21 Etappen dirigieren soll. Der Steirer rutschte auf Betreiben von Porte erst spät ins Aufgebot. „Der Giro war nicht geplant, ich weiß es seit Donnerstag. Ich bin auf Wunsch von Porte dabei, um ihn aus dem Gröbsten rauszuhalten. Das große Ziel ist das Rosa Trikot“, erläuterte Eisel vor seiner bereits 17. großen Rundfahrt, in die er laut eigenen Angaben weit entfernt von seiner Höchstform startet.

Für den Sieg werde ich das Maximum herausholen müssen.

Alberto Contador