Gedenkfeier zur Befreiung des
KZ in Dachau

Leserbriefe / 06.05.2015 • 21:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Am 3. Mai 2015 wurde der Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau durch amerikanische Besatzungstruppen gedacht. Im Bayerischen Rundfunk wurden die Erinnerungszeremonien übertragen. Politiker(innen), Zeitzeugen und viele andere hielten Reden. Neben Juden und Jüdinnen aus Hohen­ems sind auch viele andere Österreicher(innen) im Konzentrationslager Dachau und den Außenlagern ums Leben gekommen. Ich selbst habe in den 50er-Jahren ein Porträt (Öl auf Leinwand) in Dornbirn gekauft. Es zeigt einen Bub mit etwa zehn Jahren. Bei meinen Nachforschungen hat sich herausgestellt, dass es ein Kind einer jüdischen Familie war, die in Dornbirn gewohnt hat. Anfang des Krieges wollte die Familie mit einem Schiff im Hafen von Genua nach Amerika auswandern. Das Schiff durfte aber angeblich nicht mehr auslaufen, weil der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war. Die Familienmitglieder kamen in verschiedene Auffanglager und wurden später nach Deutschland ausgeliefert und in Dachau vergast. Die Familie ist auf dem Gedenkstein, der vor der Ostseite des Dornbirner Heimatmuseums steht, angeführt. Es wurden noch andere (u. a. politische) Gefangene aus Vorarlberg in Dachau getötet. Meiner Meinung nach hätte es der Anstand verlangt, dass politische Vertreter(innen) aus Österreich an den Feierlichkeiten teilnehmen. Beim Opernball in Wien präsentierte sich Bundespräsident Fischer mit gewölbter Brust und rot-weiß-roter Schärpe – wieso nicht bei dieser Gedenk­feier?

Hugo Welte,

HOhlweg 18, Klaus