Germanwings-Copilot hat Absturz geprobt

Welt / 06.05.2015 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Le Bourget. Der Germanwings-Unglückspilot hat seine tödliche Kursänderung laut einem Ermittlungsbericht mehrfach unbemerkt getestet. Bereits auf dem Hinflug nach Barcelona stellte der 27-Jährige den Autopiloten wiederholt für einige Sekunden auf die Flughöhe von nur noch 30 Metern, wie es im Zwischenbericht der französischen Flugsicherheitsbehörde „Bea“ heißt. Dies ist die niedrigste Flughöhe, die bei diesem Flugzeug einstellbar ist. Mit genau dieser Manipulation ließ Andreas L. die Maschine schließlich auf dem Rückflug nach Düsseldorf in den Alpen zerschellen. Alle 150 Insassen starben.

Außerdem bestätigt die vollständige Auswertung der Flugschreiber, dass der Copilot beim Unglücksflug 4U9525 am 24. März noch kurz vor dem Aufprall in Südfrankreich den Steuerknüppel ganz leicht bewegte – aus unbekanntem Grund, wie die Ermittler sagen. Auswirkungen habe dies wegen des laufenden Autopiloten nicht gehabt.

„Man kann daraus schließen, dass er handlungsfähig war, und dass alle seine Handlungen den gleichen Sinn hatten, nämlich das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen“, sagte Bea-Direktor Rémi Jouty am Mittwoch in Le Bourget bei Paris. Zuvor habe der Copilot mehrfach die Geschwindigkeit bis zur maximal einstellbaren erhöht.