Medizinische Versorgung in der Carina bleibt weiter gesichert

Vorarlberg / 06.05.2015 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Dienst wird durch KHBG freiwillig geleistet. Unruhe aber bei den Mitarbeitern.

Rankweil. (VN-mm) Nach Bekanntwerden der Turbulenzen rund um das Heilpädagogische Zentrum Carina (die VN berichteten) meldete sich jetzt erstmals auch die von Stiftungsobmann Wolfgang Menz hart attackierte Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) zu Wort. Direktor Gerald Fleisch teilte mit, dass trotz Kündigung des Managementvertrags der medizinisch-psychiatrische Dienst in der Carina freiwillig aufrechterhalten werde.

Die Leiterin des neu geschaffenen Primariats für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Maria-Katharina Veraar, sagte, sie sei täglich selbst in der Carina. Der Ambulanzdienst wurde verstärkt und ist bis zum Beginn der Sommerpause der Carina gesichert.

Dringliche Fälle würden wie bisher in der Pädiatrie des Landeskrankenhauses Feldkirch oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landeskrankenhaus Rankweil behandelt. Ab Herbst wird im Herz-Jesu Heim in Rankweil dann eine Station als Übergangslösung zur Verfügung stehen. Laut Veraar ist die Situation auch mit den Eltern der Carina-Kinder eingehend besprochen worden. Bedenken und Ängste konnten demnach ausgeräumt werden.

Mitarbeiter halten

Die ungewisse Zukunft der Carina sorgt allerdings in der Belegschaft für Unruhe. Von Kündigungen ist bereits die Rede. Die KHBG will die Mitarbeiter aber auf jeden Fall halten. Schriftliche Bekundungen von 80 Prozent der Carina-Beschäftigten, wonach sie bei der KHBG arbeiten möchten, stimmen Gerald Fleisch zuversichtlich. Derzeit sind acht Ärztinnen und Ärzte an den verschiedenen kinder- und jugendpsychiatrischen Standorten tätig. Nicht zuletzt deshalb möchte er Ruhe in der Diskussion bewahren.

Wie schon Gesundheitslandesrat Christian Bernhard gegenüber den VN angekündigt hat, den von Wolfgang Menz erhobenen Vorwurf des schlechten Wirtschaftens durch die KHBG juristisch prüfen zu lassen, will sich jedoch auch Fleisch diesbezüglich rechtliche Schritte vorbehalten. Die Aussage, die KHBG habe die Carina finanziell zugrunde gerichtet, bezeichnete er als völlig aus der Luft gegriffen. Mehr könne er aufgrund der vertraglich vereinbarten Verschwiegenheitspflicht nicht sagen. Nur eines merkte er noch an: „Unsere Aufgabe als Krankenhausbetreiber ist die Professionalisierung der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dazu gehört eine ganzjährige Erreichbarkeit.“

Rückhalt gefordert

Der Chefarzt des Landeskrankenhauses Rankweil, Primar Jan Di Pauli, räumte ein, von den Ereignissen überrollt worden zu sein. „Dank des Einsatzes aller involvierten LKH-Abteilungen konnten wir dennoch rasch auf die neuen Bedingungen reagieren.“ Gleichzeitig betonte Di Pauli die Notwendigkeit eines entsprechenden Rückhalts durch das Land. Der sei gerade in der aktuellen Situation enorm wichtig, damit „wir Ärzte hier gute Medizin machen können“.

Ein gemeinsamer Standort

Nach der Umsetzung des Masterplans für den Aus- und Neubau des Landeskrankenhauses Rankweil soll auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie an diesem einen Standort konzentriert werden. Bis es so weit ist, soll ab dem Herbst 2016 das Herz-Jesu-Heim die Kinder- und Jugendpsychiatrie beherbergen. Verhandlungen mit der Marktgemeinde Rankweil laufen.

In der Carina sind derzeit 14 Kinder stationär und sieben Kinder im Kindergarten untergebracht. In Rankweil werden 14 Kinder und Jugendliche stationär und sechs tagesklinisch betreut.

80 Prozent der Mitarbeiter wollen bei der KHBG arbeiten.

Gerald Fleisch

Ich bin derzeit jeden Tag selbst in der Carina in Feldkirch.

Maria Veraar