Mehr Mittel vom Bund gefordert

Politik / 06.05.2015 • 22:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Quote für die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Asylwerber kommt.

Wien. (VN-ebi) Tausend unbegleitete minderjährige Asylwerber leben derzeit im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen. Weil „zusätzlicher Handlungsbedarf“ herrsche, beschlossen die Landeshauptleute am Mittwoch bei einem Treffen in St. Pölten daher die Schaffung weiterer Plätze. Zu den derzeit gut 60 sollen in Vorarlberg künftig 20 bis 30 dazukommen, berichtet Landeshauptmann Markus Wallner. „Für die Unterbringung und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen brauchen wir aber mehr Mittel vom Bund“, sagt er. Dem stimmt auch Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch zu. Schließlich würden die Tagessätze für minderjährige Asylsuchende deutlich unter jenen liegen, die für österreichische Jugendliche in ähnlichen Betreuungseinrichtungen vorgesehen sind. Rauch begrüßt allerdings, dass für Juli angekündigt sei, ein sogenanntes „Clearingverfahren“ einzusetzen. Da würde der genaue Betreuungsbedarf erörtert und die notwendigen, auch psychologischen Hilfsmaßnahmen geplant. Daran sollte sich der Tagessatz individuell orientieren, fordert der Anwalt.

Für Wallner hat das Thema aber auch eine andere Seite: Das Land brauche Möglichkeiten, auf Vorfälle wie jenen in Bludenz „mit einem Gewaltausbruch von jugendlichen Asylanten“ zu reagieren. „Wir müssen die Möglichkeit haben, dem Treiben ein Ende zu bereiten und sie auch abzuschieben, wenn sie sich nicht an die Regeln halten“, betont er.

Der Tagessatz sollte sich am Betreuungsbedarf orientieren.

Michael Rauch