Technik-Tüftler-Familie

Markt / 06.05.2015 • 18:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bruno Walter: Chef-Tüftler und Geschäftsführer der Firma LUF. Fotos:tm-hechenberger
Bruno Walter: Chef-Tüftler und Geschäftsführer der Firma LUF. Fotos:tm-hechenberger

LUF GmbH: Kleine Ideen­schmiede international erfolgreich.

Thüringen. (tmh) – Johann Walter, der 1896 in Ludesch seine eigene Schlosserei eröffnete, galt als ein Meister seines Faches. Seine Technik-gene gab er offenbar erfolgreich weiter. Seine Urenkel Bruno, Wilfried und Günter Walter gründeten 1990 die Firma „Rechners Biegesysteme“ und waren mit einer selbst entwickelten Maschine zum exakten Biegen (Kaltverformen) von Rohren schon weit über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich.

Der Startschuss für den heute internationalen Erfolg des Familienbetriebs, der über 90 Prozent seines Umsatzes im weltweiten Export erwirtschaftet, fiel mit der Erfindung des „Lösch-Unterstützungsfahrzeuges LUF 60“.

Im April 1995 war es im Pfändertunnel nach einer Massenkollision zu einem Brand gekommen, bei dem drei Menschen starben. Die enorme Hitzeentwicklung hatte eine Feuerbekämpfung fast unmöglich gemacht.

Bruno Walter, Geschäftsführer und „Chef-Tüftler“ im Familienbetrieb, erinnerte sich an Berichte aus dem Irak-Krieg: Brennende Ölquellen wurden mit Wassernebeln bekämpft, die von auf Panzern montierten Flugzeugtriebwerken versprüht wurden.

Tunnelbrand war Auslöser

Gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband wurde quasi eine Mini-Version davon entwickelt. 1998 war der Prototyp fertiggestellt, 2000 begann die Serienproduktion.

Bis heute wurden über 250 Stück dieser Geräte in Thüringen produziert und weltweit verkauft: Im Yachthafen von Monaco, an der Skyline von Hongkong, in allen großen Städten Deutschlands, in China und Singapur stehen die LUFs bereit für die Feuerbekämpfung in Tunnels, Tiefgaragen und U-Bahnstationen.

Die Kunden zeigen sich bis heute begeistert von der Zuverlässigkeit und Effektivität des LUF. Daraus folgte eine Anfrage aus China: Kann die kleine Firma aus Thüringen ein System entwickeln, das im Katastrophenfall die Trink- und Löschwasserversorgung über große Entfernungen sichert?

Natürlich! Auf vier eigens dafür umgerüsteten Trucks wurden zwei 1000-PS-Pumpen montiert, dazu ein zwölf Kilometer langer Schlauch mit 30 Zentimetern Durchmesser. Ein Versuch am Harder Bodenseeufer bewies: Mit diesem System können 12.000 Liter je Sekunde über eine Strecke von zwölf Kilometern gepumpt werden.

Den Härtetest bestand das System vor drei Wochen beim Brand einer Chemiefabrik in Shangzou: Das LUF-Aggregat lieferte 40 Stunden lang im Höchstlastdauerbetrieb ohne jede Störung das zur Brandbekämpfung notwendige Wasser. Die Qualitätsarbeit aus der Vorarlberger Technik-schmiede hat sich einmal mehr bewährt.