Überhörte

Leserbriefe / 06.05.2015 • 21:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Warnungen

Papst Benedikt XV. protestierte bereits am 10. 9. 1915, als die Vernichtung der christlichen Armenier durch unseren Bundesgenossen, das Osmanische Reich und die Jungtürken, im vollen Ausmaß noch nicht bekannt war, persönlich bei Sultan Mehmet zugunsten der verfolgten Armenier. Auch der vielfach verleumdete Papst Pius XII. rief schon am 19. 8. 1939 dazu auf, den Krieg mit all seinen Schrecken zu ächten: „Mit dem Frieden ist nichts verloren, aber alles kann mit dem Krieg verloren sein.“ Erfolgreicher war Papst Johannes XXIII. mit seinem Appell an die UdSSR und an die USA bei der Kubakrise, den Schrei der Menschheit nach Frieden nicht zu überhören. Zusammen mit den orientalischen Bischöfen protestierte Papst Johannes Paul II. vehement gegen den mit verlogenen Vorwänden betriebenen Überfall der USA auf den Irak, der den ganzen vorderen Orient bis zum heutigen Tage destabilisierte. Das 2. Vatikanische Konzil griff die Lehre der Frühkirche auf, wonach auch in anderen Gärten, in nichtchristlichen Religionen unter der Sonne des Hl. Geistes gute Früchte der Weisheit heranreifen. So schrieb Mahatma Gandhi wenige Wochen vor dem verbrecherischen Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 23. Juli 1939 an Hitler: „Offenbar sind Sie unter allen Menschen allein in der Lage, einen Krieg zu verhindern, der die Menschheit in den Zustand der Barbarei zurückwerfen würde. Wollen Sie nicht auf einen Menschen hören, der nicht ohne Erfolg die Methode des Krieges immer abgelehnt hat?“

Pfarrer Eberhard Amann,

St. Gallenkirch, Gortipohl, Gargellen