„Vorarlberg ist ein gutes Pflaster“

Markt / 06.05.2015 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Kakaobauer in der Dominikanischen Republik.  Foto: fairtrade  
Ein Kakaobauer in der Dominikanischen Republik. Foto: fairtrade  

Fairtrade-Produkte erobern die Supermärkte. Vorarlberg ist besonders vorbildlich.

Wien. (VN-sca) Fairer Einkauf boomt. Fairtrade Österreich verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wachstum von 15 Prozent auf über 149 Millionen Euro. Die Zahlen für Vorarlberg wurden nicht extra ausgewiesen, doch für Fairtrade-Geschäftsführer Hartwig Kirner gehört unser Bundesland zu den besten Absatzgebieten. „Besonders in den Sutterlüty-Märkten werden Fairtrade-Produkte vermehrt verkauft“, nennt er ein Beispiel. „Vorarlberg ist ein gutes Pflaster“, stellt er fest und verweist darauf, dass das Bundesland „wahrscheinlich die höchste Dichte an Weltläden in Europa hat“. Der Mix von Supermärkten und den oft von Vereinen mit viel Idealismus geführten Spezialgeschäften macht offensichtlich den Erfolg aus.

Zum Erfolg tragen aber auch die Produzenten bei. „Pfanner ist bei Fairtrade-Fruchtsäften Weltmarktführer“, freut sich der Fairtrade-Geschäftsführer im Gespräch mit den VN. Und auch Mitbewerber Rauch, der am österreichischen Fairtrade-Fruchtsaftmarkt vorne liegt, sei mit großem Engagement bei der Sache.
Die Zahlen und die Entwicklung, die auch in den nächsten Jahren auf Wachtum angelegt sei, sei besonders für die Produzenten in den Entwicklungsländern erfreulich, verliert Kirner den Auftrag von Fairtrade Österreich nicht aus den Augen.
Durch die höheren Erzeugerpreise können die Lebensumstände der Bauern und ihrer Familien entscheidend verbessert werden, bedankt sich der Manager bei den Kunden, die 2014 besonders bei den fair gehandelten Süßwaren und Schokoladen zugegriffen haben. Plus 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, möglich geworden auch durch die Umstellung der Produktion beim Hersteller Heindl und bei den neuen Besitzern der Traditionsmarke „Schwedenbombe“.

Beratung für Unternehmen

Unternehmen, die ihr Sortiment mehr auf Fairtrade-Produkte fokussieren wollen, werden bei der Umstellung beraten, bietet Kirner die Dienste seiner Organisation an. Pro Kopf gaben die Österreicher im Jahr 2014 übrigens 17,52 Euro für faire Produkte aus. Über 100 österreichische Unternehmen sind inzwischen Partner und bieten derzeit 1100 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an.