Die Zahl der Toten steigt an

Politik / 07.05.2015 • 22:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In Burundi nehmen Proteste gegen den Präsidenten immer brutalere Formen an. Schon 14 Menschen sind getötet worden.  FOTO: AP
In Burundi nehmen Proteste gegen den Präsidenten immer brutalere Formen an. Schon 14 Menschen sind getötet worden. FOTO: AP

Blutige Proteste in Burundi weiten sich aus. Krisengipfel in kommender Woche geplant.

Bujumbura. (VN) Die blutigen Proteste im ostafrikanischen Burundi gegen Präsident Pierre Nkurunziza fordern immer mehr Opfer. Am Donnerstag seien erneut Demonstranten getötet und verletzt worden, sagte ein Sprecher des örtlichen Roten Kreuzes. Insgesamt seien seit Beginn der Proteste Ende April 14 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden, die Hälfte davon schwer. Schätzungen zufolge sollen bereits 25.000 Menschen Zuflucht im Nachbarland Ruanda gesucht haben.

Die Proteste begannen, nachdem Nkurunziza bekannt gegeben hatte, bei der Präsidentenwahl im Juni eine dritte Amtszeit anzustreben. Die Verfassung erlaubt nur zwei Amtszeiten. Nkurunziza argumentiert, dass er 2005 vom Parlament und nicht direkt vom Volk gewählt worden sei. Die Opposition sieht dies als Verstoß gegen das Friedensabkommen und rief zu Protesten auf.

In Burundi hatte jahrzehntelang ein brutaler Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit getobt, bei dem rund 300.000 Menschen getötet wurden. Erst vor zwölf Jahren war Frieden eingekehrt. Beobachter befürchten nun eine Eskalation der Lage. „Die Polizei tötet Demonstranten absichtlich“, sagte Menschenrechtler Pierre Claver Mbonimpa. Um die Situation zu entschärfen, wollen die Staatschefs der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) kommende Woche einen Krisengipfel in Tansania abhalten. Nkurunziza indes hält an seiner Kandidatur fest.