MPreis: „Wir sind gerne im Zentrum“

Markt / 07.05.2015 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Paul Mölk: „In Vorarlberg ist der Markt gut besetzt.“  
Peter Paul Mölk: „In Vorarlberg ist der Markt gut besetzt.“  

Der Tiroler Lebensmittelhändler MPreis eröffnete zweiten Markt im Kleinwalsertal.

Mittelberg. (VN-sca) „Wir wollen, dass Mittelberg lebt“, war der Wunsch der Gemeindebewohner des Kleinwalsertaler Ortes, der für Bürgermeister Andi Haid Befehl war. Die Bewohner haben ihren Wunsch konkretisiert: Ein österreichischer Lebensmittelhändler wäre ideal. Geworden ist es nun ein Tiroler Anbieter, der damit seine ersten Schritte ins Bundesland Vorarlberg macht. Am Mittwochabend eröffnete die familiengeführte Handelskette MPreis in Mittelberg ihren zweiten Markt.

MPreis ist nicht eine Supermarktkette unter vielen. Das Tiroler Familienunternehmen wurde wiederholt zum beliebtesten Lebensmitteleinzelhändler gewählt, die Architektur der Märkte lockte internationale Medien wie die New York Times, den Observer oder The Guardian ins „heilige Land“ Tirol. Ausgezeichnet wurde MPreis auch für Nachhaltigkeit, Regionalität und Kulturengagement sowie Mitarbeiterzufriedenheit. Mit dem am Mittwoch eröffneten Markt umfasst das Reich der Familie Mölk, der MPreis zu hundert Prozent gehört, 240 Filialen in den Bundesländern Tirol, Salzburg, Kärnten, Südtirol und nun Vorarlberg. Beschäftigt werden über 5000 Mitarbeiter.

Das Vorarlberger Engagement der Mölks startete 2014 mit ersten Überlegungen zum Markt in Mittelberg. „Wir haben mit der Gemeinde hier sehr gute Erfahrungen gemacht“, erzählt Peter Paul Mölk, im Unternehmen für die Expansion verantwortlich, im Gespräch mit den VN. Die Kleinwalsertaler seien von Anfang an hinter dem Projekt gestanden, das habe auch, zusammen mit der wirtschaftlichen Analyse, den Ausschlag gegeben, in Mittelberg tätig zu werden. Der bereits im November 2014 eröffnete Markt in Riezlern wurde den Tirolern erst später angeboten, konnte aber, weil er auf bestehenden Flächen realisiert wurde, früher eröffnet werden. Mit großem Erfolg, sagt Mölk.

Markt ist gut besetzt

Ob die beiden Märkte Vorboten einer vorarlbergweiten Expansion sind, beantwortete der Handelsprofi ausweichend. „Der Markt in Vorarlberg ist sehr gut besetzt, die besten Standorte sind bereits vergeben.“ Das Verlockendste für einen Händler seien derzeit die Schweizer Kunden, „doch bis ein Markt steht, dauert es zwei Jahre“. Und ob der Run der Eidgenossen dann auch noch so groß sei, wisse man nicht. Das Konzept von MPreis kommt den Vorarlberger Bemühungen aber entgegen: „Wir sind gerne im Zentrum, aber nicht gerne am Ortsrand“, so Mölk. Man bemühe sich darum, dass die Gemeinden, wo MPreis einen Markt eröffnen will, dahinterstehen. Bedingungen, die im Kleinwalsertal erfüllt wurden.

MPreis setzt wie die Vorarlberger Kette Sutterlüty auf Regionalität. Mölk scheut nicht davor zurück, dem Mitbewerber aus dem Bregenzerwald Respekt für seine regionale Ausrichtung zu zollen. Topmarke der Tiroler in diesem Bereich ist „Bio vom Berg“, die Regionalität mit Bio verbindet und in die zahlreiche Genossenschaften des Nachbarbundeslandes eingebunden sind. In Mittelberg geht die Regionalität so weit, dass die ansässige Metzgerei Beck quasi als Shop im Shop hinter der Fleischtheke betrieben wird. 

Regionalität auch am Bau: Hausherr im neuen Gebäude ist die Dornbirner Firma Wohn-Form, die Gestaltung des Gebäudes, das eindrucksvoll im Ortszentrum steht, stammt vom Architekturbüro Nägele-Waibel.