Tradition trifft Moderne

Wetter / 07.05.2015 • 18:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Aus Schwarz entsteht alles andere“, erzählt Michaela Ortner-Moosbrugger über die Arbeit mit Tusche.  Foto: VN/Hartinger
„Aus Schwarz entsteht alles andere“, erzählt Michaela Ortner-Moosbrugger über die Arbeit mit Tusche. Foto: VN/Hartinger

Michaela Ortner-Moosbrugger ist Künstlerin und am Wochenende „knallvergnügt“ auf zwei Märkten. 

Lustenau. (VN-ger) Michaela Ortner-Moosbrugger darf man wohl als Spätberufene bezeichnen: Zuerst Matura in Amerika und ein Studium am International College of Tourism and Management (ITM) in Krems, dann mit 32 Jahren ein Kunststudium in Zürich. „Ich habe mein Leben lang immer gezeichnet und geschrieben“, erzählt die 37-jährige Sulzbergerin, die der Gedanke, doch noch einmal Kunst zu studieren, nie losgelassen hat. „Schlussendlich war es mein Sohn, der gesagt hat: Mama mach es, sonst bereust du es irgendwann.“

In die Selbstständigkeit gestartet ist die Künstlerin bereits während ihrer zweijährigen, berufsbegleitenden Ausbildung. „Zuhause am Küchentisch hat es angefangen“, erinnert sich Michaela Ortner-Moosbrugger an die Anfänge ihres Labels  „knallvergnügt“ zurück. Heute entstehen die Zeichnungen, Karten, Letterpress-Drucke und andere Kunstwerke aus Papier in ihrer Werkstatt in der Lustenauer Erlen-­
gasse 2.­ Gearbeitet wird mit Feder, chinesischer Tusche und einer alten Adana-Tiegelpresse aus England, frei nach dem Motto: alte Techniken bewahren und etwas Modernes daraus machen. Die Maschine stammt von einem Buchdrucker aus England. „Auch Tusche ist ein ganz altes Medium. Du arbeitest nur mit einer Tusche. Die Graustufen entstehen durch das Verdünnen. Aus Schwarz entsteht alles andere“, schwärmt die Künstlerin. 

Unmittelbare Reaktion

Den unmittelbaren Kontakt zu den Menschen sucht die 37-Jährige gerne auf Märkten. So auch an diesem Freitag in der Alten Seifenfabrik in Lauterach und am Samstag gemeinsam mit 75 Kunsthandwerkerinnen und Künstlerinnen aus Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Ungarn auf dem Kunsthandwerksmarkt „Weibliche Welten“ in der Feldkircher Innenstadt. „Es ist toll, wenn jemand vor dir steht und anfängt zu lachen. Man hat sofort eine Reaktion“, sagt Michaela Ortner-Moosbrugger, die mit ihren Werken auch trösten, verzaubern oder die Seele berühren möchte.

Die Inspirationen findet die Mutter eines Sohnes auf Reisen, bei Spaziergängen oder bei der Arbeit mit anderen Künstlern. „Mich kann ganz viel inspirieren. Ich sehe etwas, das kann auch eine Farbkombination sein, und dann rattert es schon. Zunächst ist es viel Ausprobieren. Irgendwann fügt es sich dann und passt so, wie es ist.“

Irgendwann fügt es sich dann und passt so, wie es ist. 

M. ortner-Moosbrugger

Zur Person

Michaela Ortner-Moosbrugger

bietet ihre Werke am Wochenende in Lauterach und Feldkirch feil

Wohnort: Sulzberg

Geboren: 21. März 1978

Ausbildung: VS Sulzberg, HS Doren, HAK Bregenz, Matura in Amerika, ITM Krems

Familie: geschieden, ein Sohn (15)

Hobbys: Reisen, Lesen, mit dem Hund durch den Wald streifen