Wohnbeihilfe verharrt im 27-Millionen-Bereich

Vorarlberg / 07.05.2015 • 20:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wohnen ist für viele Menschen zu einem kostspieligen Vergnügen geworden.  Symbolfoto: VN/Hofmeister
Wohnen ist für viele Menschen zu einem kostspieligen Vergnügen geworden. Symbolfoto: VN/Hofmeister

Seit fünf Jahren gibt es kaum noch Ausreißer. Die Armutsexperten rätseln.

bregenz. (VN-mm) Obwohl Vorarlberg ein vergleichsweise teures Wohnpflaster ist, sind die Aufwendungen für die Wohnbeihilfe in den vergangenen fünf Jahren weitgehend stabil geblieben. Den letzten wirklich großen Sprung gab es von 2006 auf 2008, als die Anspruchsbedingungen deutlich gelockert wurden.

Damals schnellten die Ausgaben für die Wohnbeihilfe von 16 auf 24 Millionen Euro hinauf. Inzwischen haben sich die jährlich ausbezahlten Summen bei rund 27 Millionen Euro eingependelt.

Schwer zu deuten

Jene, die tagtäglich mit Wohnungslosen konfrontiert sind, können diese Entwicklung nur schwer deuten. „Zu dem, was wir erleben, passt sie jedenfalls nicht“, sagt etwa DOWAS-Geschäftsführer Michael Diettrich.

Er vermutet einen Zusammenhang mit der steigenden Zahl an Beziehern von Mindestsicherung. „Vielleicht vergeben die Städte inzwischen aber auch vermehrt gemeinnützige Wohnungen an sozial Schwächere“, bringt Diettrich zumindest einen positiven Aspekt ins Spiel. Michael Natter, Fachbereichsleiter für Sozialberatung bei der Caritas, merkt vage an: „Menschen, die nicht auf Leistungen durch Arbeitseinkommen zurückgreifen können, werden von der bedarfsorientierten Mindestsicherung aufgefangen. Die Zahl der einkommensschwachen Haushalte hat stetig zugenommen, damit auch jene der Vollmindestsicherungsbezieher.“

Ein konkretes Problem ortet Natter in den unterschiedlichen Mietkriterien. So lange die Einschätzung der „ortsüblichen Miete“ politisch in den Gemeindestuben und nicht nach landesweit einheitlichen Richtlinien erfolge, sei es durchaus möglich, dass Antragsteller nicht von dieser Förderung profitieren könnten. Natter: „So lange es immer weniger leistbaren Wohnraum gibt und die Mieten des privaten Wohnungsmarktes oft über der nicht mehr realistischen, festgelegten Ortsüblichkeit liegen, haben einkommensschwache Haushalte Schwierigkeiten, eine Wohnbeihilfe zu beziehen.“ Das treffe oft Menschen, die eine Kleinwohnung suchen.

Deshalb bleibe die Forderung nach einheitlichen Kriterien bei Mieten als Richtwert für die Genehmigung der Wohnbeihilfe aufrecht, betont Michael Natter.

Entwicklung Wohnbeihilfe

2009 9816 Haushalte 24,2 Millionen Euro

2010 10.636 Haushalte 27,3 Millionen Euro

2011 10.591 Haushalte 26,4 Millionen Euro

2012 10.211 Haushalte 25,6 Millionen Euro

2013 10.189 Haushalte 25,8 Millionen Euro

2014 10.513 Haushalte 27,5 Millionen Euro